Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

48

richtig bezahlt werden können, sondern noch ein guterTheil zu allmähliger Tilgung oder Wieder-Einlösung derCapitalien überschießt. Auch ist es in dergleichen Fällengar nicht schwer, von den Unterthanen freywiüige Bey-träge zu erhalten. Durch solche Methode allein wird auchbey den größten Anstrengungen und Aufopferungen dieOrdnung in den Finanzen nicht gestört, und daS Gleich-gewicht zwischen den Einnahmen und den Ausgaben un-verrükt beybehalten werden.

In diesen wenigen Erundsäzen, die wir hier nicht wei-ter entwikeln können, besteht die ganze Finanzwissenschaft.Sie jist an und für sich leicht, aber schwer wegen denHindernissen, die sie in dem Willen der Menschen antrifft.Sie beleidiget die Eitelkeit, sie erfordert Nachdenken, An-strengung, Aufopferung, und gerade diejenigen denen sie amnöthigsten wäre? entschließen sich am wenigsten dazu. Ohnevon dem festen Willen des Fürsten «nterftüzt zu seyn, kannkein Finanz-Minister sie durchsezen, weil er sich dadurchlauter Feinde machen würde, die unter tausend Vorwan-den seine Absichten zu lahmen, zu hindern oder bey demFürsten selbst zu tadeln und zu verdächtigen suchen wür-den. Denn bey der Verschwendung gewinnen viele, dieOekonomie ist nur dem Fürsten und der Masse deS Volkesnüzlich, welch leztereö aber keine laute Stimme führt, s"Dennoch ist sie daS einzige Mittel um mächtig zu bleiben,und in die Länge wohlthätig seyn zu können. Ja! ichgetraue mir zu behaupten, daß keine Fürstliche Finanz-

Z-) Auch Necker beweist sehr gut, daß von alten Handlungeneines Finanz-Ministers die Oekonomie immer die schwerstesey, und ÄIN wenigsten Mltcrstüjt werde, Des Finances ddta France, I. 121.