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Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
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Worauf kömmt es aber bey dieser Auswahl höhererund niederer Beamten an? Keineswegs blos auf Ta-lente, wie unser Zeitalter wähnt und sich dadurch so vie-les Elend zugezogen hat, sondern vor allem auf Treuund Recht schaffen heit: denn ohne diese würden alleGaben des Geistes nur zu früherem Verderben führen,und es ist nicht um die Talente selbst, sondern darumzu thun, wozu und nach welcher Regel sie verwendet wer-den. Der gute Wille bleibt immer die erste und un-entbehrlichste Eigenschaft; er macht sogar oft mittelmäßi-ges Talent in hohem Grade brauchbar, indem die Liebedes Guten und das lebendige Gefühl der Pflicht, weitmehr als man glaubt, den Verstand richtig leitet und inalle Wahrheit führt. — Sodann sind freylich auch E i n fi ch-ten und Kenntnisse zu wünschen, ja von unschäzba-rem Werth, und zwar nicht nur überhaupt, sondern für denzu besorgenden Dienst: denn sie sind die Kräfte oder daSVermögen, wodurch der gute Wille sich äußert, und ohnewelches er freylich nicht viel leisten könnte, in welchemaber die Natur unendliche Gradationen geschaffen hak.Ferner wird auch Eifer zum Dienst erfordert, welcherselbst außerordentliche Mühe nicht scheut, und sich warmund uneigennüzig für die ihm anvertraute Sache und dieAngelegenheiten des Fürsten intcressirt: denn ohne densel-ben würden selbst Treu und Fähigkeit wenig nüzen, oderin die Länge nlcht fortdauern, und derjenige ist ein schlech-ter Diener der nichts als seine Schuldigkeit thut, die Ge-schäfte seines Herrn nicht auch mit Liebe und Theilnahmebesorgt. ES wird aber dabey Rechtschassenheil und Ein-sicht nothwendig vorauSgeftzt, denn ein unverständigerund zwckwidriger, wenn auch wohlgemeynter Eifer kannoft mehr schaden als nüzen, und statt kleiner Uebel dieman vermeiden will, viel größere herbeyziehen, Doch