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ist absolut nothwendig / damit der Vergleich ganz zu Gun-sten des Fürsten ausfalle, und doch alle Gegner befriedigetwerden. Denn wollte man mit den innern Feinden inS.gesamt und auf einmal traktiren: so wäre zu befürchten,Laß sie entweder aus Erbitterung die FriedenSvorschlägenicht annehmen, oder ihre Forderungen zu hoch spannenwürden, oder daß wenigstens nicht alle zu dem FriedeneinwMigen dürften, mithin stets noch Feinde übrig blie-ben , in jedem Fall aber der Fürst doch etwas von seinenRechten aufgeben, sich gefährliche Beschränkungen gefal-len lassen, oder wenigstens die Gerechtigkeit mit Gewaltabtrozen lassen müßte, welches immerhin für die Zukunftfein Ansehen gefährdet, und ihn nicht mehr als ganz un-abhängig erscheinen läßt. Dieser Fehler ward in der Ge-schichte häufig begangen. Philipp II. von Spanien würdeganz gewiß die empörten Niederländischen Stände leichtwieder unter seine Botimäßigkett gebracht haben, wenner die zwischen ihnen herrschende Religionö-Uneinigkeit zuvenuzen gewußt, und die Uebermacht welche ihm, oft langeZeit hindurch, zu Gebote stand, zu Schliessung von vor-theilhasten Verträgen angewendet, nicht aber alles mitbloßer Gewalt hätte durchsezen wollen, wo dann die zahl-reichen Hinrichtungen, Güter-ConfiSkationen und willkühr-lichen Steuren neuerdings alle Gemüther empörten und zu-lezt auch die angebotenen Amnestien nichts mehr nüzten. ? >Kayser Joseph I. und Carl VI. scheinen Ao. i7ii eben-falls gefehlt zu haben, daß sie mit den hnngarischen In-surgenten unter Ragozzi und Caroly insgesamt traktirten,wiewohl sie ihnen überhaupt nur billige Dinge zugestan-den , und dabey freylich genöthiget waren sich während
7) Verql. Spittler Europäische Staaten - Geschichte I.