Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

131

eigene Vertheidigung erleichtern, mächtige natürliche Feindemöglichst schwächen oder entfernen, dagegen aber die natür-lichen Freunde begünstigen und bis auf einen gewißen Gradverstärken, die Vereinigung verbündeter, oder zu natürli-chem Bunde geeigneter Feinde schwieriger machen u. s. w.:so ist dieses allerdings den Regeln der Klugheit gemäß ge-handelt. Natürliche Gränzen, in dem Sinn wieunsere Sophisten sie sich dachten, durch welche alle Verhält-niße aufgelöst, alle Streitigkeiten vermieden werden könn-ten, giebt es zwar keine; Ströme, Waldungen und Berg.ketten, ja selbst das Welt-Meer hindern die Collistoncn undBeleidigungen nicht; nur Liebe des Rechts und Macht zuseiner Handhabung bringen die wahre Sicherheit hervor;aber mankannwohl zuGranzzeichen sehr erkennbare Gegen-stände, Flüße, Berge, Seen u. s. w. wählen, die wenigerbcstritten werden, sich leichter vertheidigen lassen, oder vondenn» man einem feindlichen Nachbar leichter Besorgnißecrweken und ihn dadurch zur Gerechtigkeit interessirenkann. Doch bin ich der Meynung, daß auch dieses nichtso viel nüzt als man glaubt. Die Natur hat nicht gewollt,daß Fürsten und ihre Völker so feindselig von einander ge-trennt und abgeschlossen wohnen; man lebt oft freyer undfriedlicher da wo die Bestzungen sich kreuzen, sogar in ein-ander laufen, s) weil man alödann auch, durch den Drangder Natur selbst, zu billigen Verträgen, zu einem Wechsel,seitig freundlichen und gefälligen Benehmen genöthiget ist,und ohne dasselbe schlechterdings nicht neben einander be-stehen könnte. Dagegen hat die übliche Benennung vonnatürlichenFeinden und natürlichen Freunden,in Bezug auf die Gefahren oder die Schuzwehrcn der

S) z> D. im alte» Deutschland, und ehmals in verschiedenenGegenden der Schweiz.