Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

226

lösen, und dadurch jeden Widerstand unmöglich zu ma-chen, theils um die Menschen gleichsam biS in ihre ge-ringsten Verzweigungen zu bewachen, und alles der herr-schenden Sophistenzunft, die sich nunmehr Regierungnannte, zu unterwerfen. Ja! es war die Verblendungso groß, daß diese revolutionäre Einrichtung sogar von ur-alten Patrimonia! -Fürsten nachgeahmt wurde, die garkeinen Grund zu einer solchen Eintheilung hatten, viel-mehr mit eigenem Schaden und unter Beleidigung man-nigfaltiger Privat-Rechte, ihre angestammten eigenthüm-lichen Güter, gleich einer eroberten Provinz organistrten,und ihre natürlichen Freunde und freyen Untergebenen,gleich überwundenen Feinden bewachen, oder wie man sichjezt auSdrükt, administri reu liessen.

Die Folge dieser militärischen Organisation ist die: daßso lang der Oberfürst oder König die Uebcrlegenbeit anGeist oder an materiellen Kräften behauptet, und die Zü-gel über alle seine untergeordneten Befehlshaber strengez« halten weiß, seine Macht dadurch allerdings vermehrtwird, und die Geschäfte ungleich schneller von statten ge-hen , als wenn die Subordination nicht so scharf gezeich-net, die Gehülfen und Werkzeuge weniger gleichförmigvertheilt, oder die Civil-und Militär-Gewalt von einan-der getrennt wäre. Darum sind auch solch militärischeStaaten im Anfang für alle Nachbaren so fürchterlich.Aber gerade in dieser Organisation, dieser anscheinendgrößer« Macht, liegt zugleich ein Keim ihres künftigenfrühern Untergangs. Denn eben weil die Statthaltereine so große delegirte Macht in sich vereinigen, weil siein ihrer Provinz das Centrum von allem sind, und vonniemand behindert noch beaufsichtiget werden können, weilsie überdem mittelst ursprünglich erhaltener Lehen »der er-