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Geftze die Begriffe über das Wesen des wahren Adelsverwirrt/ und statt dem edeln Gefühl reeller Ueberlegen-heit oder dem nicht minder edeln Streben nach derselben/nur ein leerer und bisweilen beleidigender Ahnenstolz ver-anlasset werden, der sich wegen dem Ansehen seiner Vor-eltern von eigener Erwerbung oder würdigen Behauptungdesselben dispensirt glaubt. Wollte mau aber nicht dieAbstammung/ sondern andere äußere Zeichen des Anse-hens zur Richtschnur nehmen/ so wären sie nicht minderfehlerhaft. Soll Reichthum und Gürerbesiz denZutritt geben / so würden oft Juden und Wucherer den
ausschlicssend dem Adel (jedoch ohne weitere Bestimmung)vorbehielten, gerade in dem Zeitpunkt gemacht wurde», w»der selbst am Hof herrschende MilosophiSmuS bereits alleUnterschiede verwischt, und seine GleichheitS-Maximen all-gemein geltend gemacht hatte. Es war dieses nicht ein ei-gensinniges Widerstreben gegen den sogenannten Zeitgeist,welchem man sonst nur zu viel nachgab: sondern gerade dieallzugroße Leichtigkeit hatte bereits die anstößigsten Miß-brauche veranlasset, denen man durch solche Geseze zu steil-ren suchte. Wenn alles was in PariS auf irgend eine Weisereich geworden, bey Hofe präsenlirt werden wollte, wem»man in den Armeen Friseurs, verabschiedete Lakayen oderKammerdiener, Juden u. s. w. als Offiziers anstellte, soist eS offenbar, daß dieses das Ehrgefühl der übrigen btUi*digen und selbst dem Dienst dcS Königs schädlich seyn mußte.Hatte man sich ohne Gesez, bloß nach einem gewisse» Schik-lichkeitS-Gefühl auf die angesehenen/ gebildeten und be-güterten Bürger-Classen beschränkt, so würde kein Menschetwas dagegen eingewend.t haben. Auch war es gar nichtnöthig dergleichen Edicte zu machen; eine Instruktion anden Hofmarschall, ein Circulare an die Regiments-Ober-sten oder Marine-Commandanten um ihnen gewisse Klug'heitS-Regeln zu empfehlen, wäre hinreichend gewesen.