Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

diesen Einladungen oder Zulassungen Nicht aitf ein einzel-nes, oft unzureichendes oder trüglicheS, Merkmal, sondernauf das Zusammentreffen von mehreren, nicht auf die Form,sondern auf das Wesen, nicht auf das äußere Zeichensondern auf die bezeichnete Sache, mit einem Wort aufdie Evidenz selbst, auf die allgemeine Notorietät, auf diesichtbare Bekanntheit und Berühmtheit, als den Charakterdes wahren Adels Nüksicht genommen werden muß; eineMaxime bey welcher niemand gcfezlich ausgeschlossen,Niemand gesezlich zutrittSfahig ist, und bey welcher alsodas Ehrgefühl von niemand beleidiget seyn kann. Sopflegt man cS in höheren Privat-Cirkcln zu thun, die ofteben so glänzend, eben so ausgesucht sind als die Fürstli-chen, und bey denen sich doch niemand über Hintansezungbeschwert. DaS natürliche Gefühl wird auS der Betrach-tung aller Umstände viel richtiger urtheilen als das posi-tive Gesez, und eS wird eine verständige Uebung entste-hen, welche in solchen Fällen die beßte Regel ist. Durchdie Einladungen, welche übrigens nach Umständen abge-wechselt werden können, werden die Gesellschaften vonselbst beschränkt, und auch ohne dieselben ist nicht zu be-fürchten , daß der Andrang gar zu groß seyn werde; da eSder zudringlichen Personen (die man übrigens sonst a»S-schliessen kann) wenige giebt, und die Menschen sich imallgemeinen ziemlich richtig zn schäzen und zu classircnpflegen. Die wirkliche Gegenwart bey Hoffcstcn und Ce-remonien-Tagen ist nicht halb so angenehm alS die gescj-liche AuSschliessnng empfindlich ist. Die Hof- Gesellschaf-ten und ähnliche Cirkel werden sich von selbst auf diejeni-gen Personen beschranken, welche durch ihr Vermögen,ihre Müsse, ihre Erziehung und Bildung, ihre habituel-len Beschäftigungen und Gewohnheiten einander gleichar-tig, durch ihre persönlichen Verhältnisse und Bekannt