460
daherigen Päpstlichen Einfluß/ die Macht der großen Va-sallen schon so hoch gestiegen, daß sie es dreymal hinter-einander/ in den Jahren il 23 1137 , und 1152 durch sez-ten, mit Ucbergebuug des nächsten Erben einen Königaus anderen Häusern zu wählen; aber schon entstand derwichtige Unterschied, daß nur zehrn große Fürsten (aufderen Unterwerfung es zulezt ankam) sich der sogenann-ten Wahl allein bemächtigten, und die Gewählten mußtendoch noch gegen die zurükgesezten Prätendenten ihre Herr-schaft mit Gewalt behaupten, d. h. ihren Thron erkäm-pfen, die Unterwerfung der widerstrebenden Großen erzwin-gen. In den folgenden Wahlen aber von 1 152 und 1190nahm man schon wieder auf die nächsten Grade der Ver-wandtschaft Rükstcht.
Hierauf folgte bis zu der Zeit Rudolfs von Habspurgbeynahe 100 Jahr lang unter fünf, meist in Italien be-schäftigten Hohenstausischcn Kayfern, eine vollkommeneAnarchie oder das sogenannte große Interregnum. Baldwählten einige wenige Große einen König und andere einenanderen; bald seztcn die Papste, die mit den Hohenstau-fen in beständigem Streit begriffen waren und sich daherunter derselben Feinden Anhänger zu verschaffen wußten,ihre Absichten durch; ein jeder der nach der Krone strebteließ sich von seinen Anhängern wählen oder vielmehr an-erkennen, der eine wurde von diesem, der andere vonjenem Erzbischoff gekrönt; es herrschte kein Recht, keinGescz, sondern vielmehr die Verlezung alles Rechts undnur ein beständiger Kampf um die höchste Gewalt; welche-alles nicht hätte geschehen können, wenn jene Wahlen et-was anders als Usurpationen, einzelne Anerken-nungen und gezwungene Unterwerfungen gewesen wären.
Rudolpb von Habspurg, dessen Haus sich unter meh-reren Stürmen und einzelnen Unterbrechungen fünf Jahr-