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Sechster Band. Zweyter Theil. Von den Republiken oder freyen Communitäten.
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oft keinen Reiz/ wenn nicht entweder frühere Gewohn-heit, hohe Tugend oder besonderer Ehrgeiz hinzukommen,Die häufigen Versammlungen, Arbeiten und Geschäftewerden ihnen lästig und beschwerlich, weil sie dem müßi-gen Genuß oder der Besorgung von Privat-Interessenviele Zeit wegnehmen, auch ihr Gegenstand gar nicht im-mer unterhaltend, der Beschluß selten den eigenen Wün-schen gemäß ist. Uebrigenö hat eine Genossenschaft vonvielen immer etwas an sich, was den geheimen Stolz dermächtigeren Bürger beleidiget; man ist nicht gern zu oftmit Mensche» vermischt, die an Rechten gleich, an Rang,Lebensart und äußerem Glük ungleich find; die besitzen-den eigenthümlichen Güter glaubt man unter anderen Ver.hältniffrn eben so gut beyzubehalten oder in Zeiten vonGefahr gerade durch Nachgiebigkeit zu retten, und baldschleicht der Gedanke ein, daß man ohne das bürgerlicheGemeinwesen eben so gut, ja vielleicht noch mehr glän-zen könnte; daß in großer Potentaten Dienst den erstenund vornehmsten Geschlechtern ein noch viel schönerer Wegzu Ehre, Macht und Ruhm eröffnet wäre, als wenn siestets nach einer zweifelhaften, übel unterrichteten undwandelbaren Volksgunst buhlen müssen, die am Ende dochnicht viel zu geben vermag und durch Neid gequält auchwenig geben will. Daher hat auch die Geschichte vonRom und selbst von mehreren neueren Republiken bewie-sen , daß großer Reichthum und lebendige Vaterlandsliebegar nicht immer mit einander vereiniget sind. Die ganzarmen Bürger, welche faktisch an den Versammlungen/Stellen und Aemtern keinen Theil haben, besizen jenenGemeingeist ebenfalls nicht; entweder beneiden sie dasGlük der Vornehmen und sehen daher ihrem Sturze mitgeheimer Schadenfreude zu; oder sie gehen nur ihrem Nah-