-etS an Bescheidenheit und an eine gewisse Gleichheit er-inneren; Eigennuz der seine Sache vorerst insgeheim,sodann öffentlich von der allgemeinen zu trennen beginnt;Sorglosigkeit weil man daö Wachen und Arbeiten scheutoder des Glüks lange ruhig genossen hat, und wähnt eSsolle von selbst immer so fortdauern; Uebermuth der alle-mal vor dem Falle kömmt, auf eigene Kraft oder längstverschwundene Tugend pochet und in Republiken oft nochmehr als in Monarchien angetroffen wird u. f. w.Manmuß nicht glauben, daß die reichsten und begütertstenBürger auch immer die meiste Vaterlandsliebe besizen,dem gemeinen Wesen am eifrigsten ergeben seyen, weilsie, wie man zu sagen psiegt, mehr zu erhalten oder zuverlieren haben. Natur und Erfahrung beweisen im All-gemeinen eher das Gegentheil. Zwar giebt eö auch hierehrenvolle Ausnahmen; die Tugend findet sich bisweilenunter allen Ständen, aber in der Regel wird die Ge-meinschaft mit anderen um desto gleichgültiger, je weni-ger man derselben zu bedürfen glaubt, je mehr die Pri-vat. Existenz durch eigene Mittel gesichert ist. Opfer auGeld kann man von den sehr reichen Bürgern allenfalls wohlnoch erhallen, aber selten die viel wichtigeren Opfer destreuen und aufrichtigen Herzens, der Mühe und Anstren-gung, des AuSharrenS, der Zeit, der Gesundheit, deSLebenS selbst wenn es nöthig ist. Die gewöhnlichen Stel-len und Aemter der Republik, welche gleichwohl eineSchule oder ein UebungSmittel der Vaterlandsliebe aus-machen, suchen sie nicht, weil sie denselben ihre Muße,vorziehen: und selbst die höchsten Stellen haben für sie
4) Vergleiche über diese Gefahren allzulanger Ruhe auch in Mo-narchien B. in. S. no- in.