famen zu erweiteren streben; lauter Umstände welche dieEinigkeit/ mithin die Kraft mindern, oder gar der Ge-sellschaft selbst, als dem herrschenden Subjekt, die Auf-lösung drohen: so ergiebt sich daraus das allgemeine Re.sultat, daß die Republiken in der Regel nicht so langedauern können als die Fürstenthümer, und eben dieseswird auch durch die Geschichte aller Zeiten und Länderbestätiget. AlS bloße Communitäten bestehen sie freylichoft sehr lange, sowohl vor als nach der errungenen Jnde«peudenz, eben deßwegen weil sie nicht aussterben, und weilihre Verborgenheit selbst sie vor gefährlichen Feindschaf-ten rettet. Aber als unabhängige Communitäten istihr Lebensziel gewöhnlich viel kürzer, und zulezt gehensie allemal in eine militärische Alleinherrschaft über, oderwerden von mächtigen Potentaten unterjochet. — Car-thago soll, von der Königin Dido an zu rechnen, 744Jahre bestanden haben; allein seine älteste Geschichte istin Dunkel gehüllt, und man weiß nicht genau, wann ei-gentlich die Republik angefangen hat. Athen dauertevon Solon bis auf Philipp von Macedonien, oder höch-stens bis auf Antipater, 272 Jahre. Sparta war we-niger eine Republik als ein Königreich unter zwey erb-lichen, wiewohl beschränkten Königen. Die Meteore derGriechischen Colonien können nicht für unabhän-gig gerechnet werden; sie waren fast immer den Lydischen,Persischen und Macedonischen Königen dienst- oder zins-bar. Rom daurte als Republik von der Vertreibung derKönige bis auf Julius Cäsar 465 Jahre, aber schon ge-räume Zeit vorher war eS von Diktatoren beherrschet unddurch bürgerliche Kriege zerrüttet. Die Freyheit der mei-sten Italienischen Städte des Mittelalters verschwand sehrgeschwind. Genua errang seine Unabhängigkeit im Jahre
Schliessen