«Heilungen auch den großen Nachtheil, daß sie die eineund nngerheilte Gemeinde gleichsam in eine Föderationvon Zünften zerspaltet und dadurch ihre Kräfte schwächt.Mag man auch in Constitutione» noch so sehr dekretiren,und bey jeder Gelegenheit wiederholen, daß der einmalGewählte nicht seine Zunft oder seinen Bezirk, sonderndie ganze Bürgerschaft vertrete: so ist die Natur derWahlart mit dieser Fiktion im Widerspruch; aller De.krere ungeachtet wird der Gewählte sich immer nur fürden Ausgeschossenen oder Bevollmächtigten derjenigen Ab,iheilung betrachten, der er seine Erwählnng verdankt;er wird bey jeder Gelegenheit nur ihre Ansichten, ihreWünsche vertreten, und da die übrigen Mitglieder ihrer.seitS das Nemliche thun: so muß dadurch nothwendig dieVersammlung entzweyk, und nur zu oft das gemeinsameInteresse einzelnen, meist übel verstandenen Local.Rük,sichten oder Privat. Interessen aufgeopfert werden. Dazukommen endlich noch die Jnkonveniente und die Schwie-rigkeiten aller Volkswahlen, welche stets eine Epoche der ■Verwirrung sind, und selten ein gutes Resultat hervor,bringen. Denn die meisten Wähler haben von den zurVerwaltung des gemeinen Wesens nöthigen Tugenden undEigenschaften gar keinen Begriff, und sind auch gewöhn,licher Weise nicht einmal frey genug, um ihre Stimmenach innerer Ueberzeugung dem Würdigsten zu ertheilen;ihr Stimmrecht hat für sie keinen anderen Werth nochZwek, als etwa einem Gönner oder einem Freund einenvorübergehenden Dienst zn erweisen. "> Wer gewählt
Z;) Selbst die sogenannt gebildeten mittleren Bürger-Classen sindgar nicht immer so unabhängig, alr man glaubt. Der Hand-werker und Kaufmami will seine Kunden, der Arzt seine Pg.