IO 2 Cap. 8. Vom Rechte
Menge, welche der obgedachte Bauer alleinzu Göritz von einem Schlage ausgegraben;wie auch daraus, weil die wenigsten solcher
Mäu-sen will. Aus welchem Absehen die ItakianerdieRamen von denen Bildern entweder gänzlichweglaßcn, oder doch selbige ganz schlecht zurich-ten. Allein daß dieses bey unseren Zeiten nichtgeschiehet, solches hat fast viele Ursachen. Dennes werden bey uns die Schaustücke nicht alleinauf Verordnung großer Herren; sondern auchvon hunqerigen Stempelschnitzcrn geschlagen;und auf dem Trödel auch diejenigen, wie dassaure Bier ausqeboten, welche doch auf einesFürsten Unkosten gemachct sind. Bey welchenUmstanden dasjenige sich zur fürstlichen Gnadenicht schicken will, was man vor etliche Gro-schen allenthalben zu kaufen haben kan. Nach-gehend- haben die wenigsten Fürsten einen De-grif von dem Absehen der Schaustücke, und ge-rathen auch wol auf die Gedanken, daß es nichtallein schimpflich herauskomme, wenn man ihrfürstliches Gesichte in Kupfer abdrucken solte;sondern auch die Nachwelt wol von denen kupfer-nen Schaustücken auf die kupferne Regierung ei-nen Schluß machen mochte. Weswegen dieSchmeichelei) auch jetzo in die Thorheit verfal-len, daß man die zu Ehren eines Fürsten ge-machten Reimen, zu großem Verdruß des Lesers,in Atlas drucken läßet; welches mir eben alsofürkömmt, als wenn man einem Fürsten an stattdes Polsters einen Klumpen Silber in das Bettelegen wolte: weil, wie jenes dem Leser, also die-ses dem Nacken des Fürsten sehr unbequem fallenmüßte. Ferner, so ist auch der Silber - undGvldgeitz das Leben und die Neigung unserer
Zeiten;