240 Cap.12. VondenenSchriftm
neuen Weise gleichfals eingerichtet, undGOtt zu Ihren angefangen haben: unge-achtet unsere Ohren das Vater unser/ derIhr seyd im Himmel/ noch nicht vertra-gen können (K).
§. 9 .
(li) Die Franzosen sind in der Schmeicheley gar soweit gekommen, daß sie nun gar keinen Men-schen mehr duzen; sondern auchDiebe undBett-ler in der mehreren Zabl anreden müßen. De-ren Exempel uns ohne Zweifel auch in Deutsch-land von etwa vierhundert Jahren her verführethat. Jetzo laßen wir Deutschen es noch denenPoeten frey, daß selbige auch einen König duheißen mögen. Die deutschen Landesherren abernennen ihre Kriegs» Hof- und Cammerbedientenoch allein du; um welcher Ursache willen auchdie Lehensleute qeduzet werden. Aber die Pfaf-fen und SchulgelehrteN/ und mithin auch dieCanzeleybcdiente bekommen das Wort ihr.Wornach auch der geringste Küster hierinnen ei-nen Vorzug für dem grösten Feldherrn zuhabenpfleget. So gar wohl haben sich die Gelehrtenmit der Cleriscy verwahret. Die Sache hatfreylich ihrem Anfange nach Schmeicheley zumGrunde; darum auch die Quaker in Engelandnicht darzu zu bringen gewesen, daß sie den Kö-nig ihr, sie oder euer geheißen hatten: weil sie ^einem Menschen zu gefallen, wie sie gemeinet,nicht lügen; und aus der ersten und anderenPerson durch er oder sie die dritte machen;oder mit einer einzigen Person also reden solken, ,als wenn sie mit einem ganzen Heere zu thunhätten. Allein von der Beschaffenheit der Sa- !che zu reden, wie siegn sich selbst ist: so zeigen !
zwar