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Johann Peters von Ludewig Einleitung zu dem deutschen Münzwesen mittlerer Zeiten / mit Anmerkungen herausgegeben von Johann Jakob Moser
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ZO6 Cap.iz. Von dem Werthe

stzer auch seine Lust und das Vergnügen rech,rien muß, welches ihme, nach der Römer obenp. i2s. berührten Gesetze, das Anschauen desGeldes erwecket: so fält dieser Grund, den

Liebes-sen müßte, die dem Zustande des gemeinen We- ^sens beschwerlich fielen; auch dafür gehalten,daß der König auch wol diese Art Zinse dultenmöchte: obgleich aller Wucher au sich so fund- !lich uod verdammlich, als die Hurerey sey, wel- !che doch, lunr verda Philipp«, unter ledigenLeuten gar nicht gesirafet würbe. Nur meine lAnmerkung «st diese hievon: In denen altenZei-ken hat «nan den meisten Handel mit tauschengetrieben, das Geld aber selten anders gebrau-chet, als wenn der Werth von beyden Sacheneinander nicht gleich gemachet werden können;da einer dem andern einige Pfennige zugegebenhat p. 57« Nach solcher Weise nun kam derWucher des Geldes so eigennützig und verachtet »heraus, als wenn ich einem meinen Stock, oder Ietwa bey einem Ehrentage meinen Ring, Perlenoder dergleichen leihen, und dafür einen Zinßverlangen walte. Dahero saget man, Geld lei,hen/commoäars ; nicht wechseln, muluo lisre.Wucher aber hieß in alten Zeiten so viel, alsFrucht; wie ich in meiner Anno 1487. gedrucktendeutschen Bibel: Ein guter Baum, der nicht gu-ten Wucher bringet; ein arger, der bösen Wu-cher bringet. Aber im Gegentheil, da jetzotausend Menschen ihr ganzer Reichthum in einemHaufgenGeldebestehet, und mit diesem in Han-del vieles gewonnen werden kan; auch deswegenniemand das Gold, wie Juwelen und Edelge-' steine jum bloßen Anschauen lregea läßet: so ist

niemand