Band 
Erster Band.
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der Beschwerde öffentlicher Vorlesungen befreyk,und gab nunmehr in seinem Haus Unterricht,jedoch bey offener Thüre. Wöchentlich schränk«1e er sich auf drey Lehrstunden allein ein; in-deß fuhr er bis ans Ende fort, so oft ihn dieReihe traf, die ordentlichen academifchen Streit»schriflen zu verfechten; auch schlug er noch imI. 1721. das Rectorat nicht aus.

Mit Hintansetzung aller Controversen, be»schäfligte er sich nunmehr ganz allein mit derpractifchen Theologie. Weit mehr war er be-müht, die Urtheilskraft seiner Schüler als ihrGedächtnis zu üben. Zn vertraulichem Umgangwußte er ihr ganzes Herz zu gewinnen und ih-nen die Tugend als letzten Zweck aller Aufklä-rung zu empfehlen.

Beynahe kein Prediger in den reformirten,eydgenösiischen Kirchen, der nicht bey unsermWerenfels in diesen oder in andern Fällen Rathgesucht habe. Mit liebenswürdiger Höflichkeitempfieng er Besuche von Einheimischen und Frem-den; nicht bloß Theologen, sondern Leute vonjedem Rang und Stand strebten nach seinemUmgang; die Kirche, die Academie, die Regie-rung selber fragten ihn um Rath, und seine

Consul-