den er sich das Doctorat in der Arzneykunsterwarb, glänzt freylich der Geometer unter demAnatomiker und Arzneygelehrten ungemein her-vor; der Verfasser bedient sich der subtilstenMechanik, um die Bewegung der elastischenMuskelfibern zu bestimmen.
Eine Zeit lang bereicherte er die Leipziger-Acta mit seinen mathematischen Aufsätzen. —Im I. 1697. erhob er sich zu dem Problemder Brachystochrone oder der Linie der schnell-sten Bewegung. Mit metaphysischem Tiefsinnbewies der Geometer, daß, was vormals Pa-radox schien, unter gewissen Umständen ein Kör-per die krumme Linie weit schneller als eine ge-rade Linie durchlaufen könne. Die Auflösungdieses Problems führte ihn zur Betrachtung der-jenigen krummen Linie, welche einen Lichtkörperbeschreibt, dessen Lagen von abwechselnder Dich-tigkeit sind. — Als Bernoulli das Problem vondem schnellsten Fall oder der schnellsten Bewe-gung ausschrieb, erschienen endlich vier verschie-dene Auflösungen. Die eine war von Newton,ohne Namen des Verfassers; sogleich erriethBernoulli ex ungue I.eonem, die Löwenklaue,wie er selber sich ausdrückte. Die drey andernwaren von Jacob Bernoulli, dem Bruder un-sers