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Von Kindheit auf schien er für die Gelehr-samkeit, und besonders für die Dichtkunst ge-bohren, ohne Zweifeldaß feine einsame, länd-liche Erziehung hiezu nicht wenig beytrug. Inden Kindcrjahren hatten Ovids Verwandlungen,wie sie Wickram aus Albrechts von HalderstadtUeberfetzung umgegossen, Bodmers Geist mitpoetischen Bildern erfüllet. Die Ausbildunggaben feinem Herzen und seinem GeschmackAddisons, und Steeles Spectators. Da-mals war die Mutter - Sprache noch wenigden Wissenschaften gewicbmet. Von jenerModelittcratur, welche unsre Stutzergelehrtenmehr aus Wochen - und Monatschriiten, alSaus den Quellen herholen, wußte man bey-nahe gar nichts, und vor dem pedantischenSchulgewäsche mußte es einem Geist wie Bod,mers war, cckeln. Nicht durch flüchtige Pam-phlets zerstreut, lebte er ganz in dem classischenAlterthum.
Sein Hang zur Litteratur führte ihn vonden gewöhnlichen Berufsgeschäften allzuweit ab.Der Lehrstul der helvetischen Geschichte und derPolitik war vielleicht das einzige öffentliche Ge-schäfte, welches zu seinem Gemüthe und zu sei-nen