nen Studien paßte. In der Bedienung diesesProfessorats war er immer bemüht, durch histo-rische Beobachtungen zur Känntniß des Menschendurchzudringen; der Mensch war allemal seinHauvtgegenstand. Sein Vergnügen war, den-selben in den sonderbarsten und seltsamsten Ge-stalten zu sehn, die ihn bey entfernten Nationenund Zelten bezeichnen. Gerne trat er aus sei-nem Weltalter, aus seinem Clima heraus undschüttelte von sich ab die Meynungen, die Denk-art, und die Sitten der Zeitgenossen. Was fürso manchen blosse Handarbeit ist, war für sei-nen Geist Experimental - Scclenlchre. Muthgenug hatte Bodmer, unter dem Staub derUrkunden die Ahnen und die Vorwelt wiederzu erwecken, indem er ihre Sitten und Gesetze,ihre Lebensart und ihre Sprache in allen Nuan-cen siudirte.
Wiewol er im I. 1737. zu einem Mitgliedsdes grossen Rathes erwählt ward, so erwecktedarum dieses bey ihm keine Begierde nach obrig-keitlichen Aemtern. Nachdem er seine Kinderverloren hatte, lehnte er Beförderungen aufdem Rathhause mit eben dem Ernste ab, mitwelchem sie gewöhnlich gesucht werden. Da al-so seine Stunden ganz sein waren, da sein Be-ruf