*9
I
| Luzcr» ein feiner junger Gelehrter, Rudolf Colsi linus, der das Ecilerhandwcrk lernte; bey die-sem lernt' ich das gleiche Handwerk; wenn erglaubte, daß ich schlief, stand ich auf, las imHomer und durchblätterte heimlich des MeistersUebersetzung; auch bey der Arbeit trug ich denHomer mit mir. Einmal beym Nachtessen fragt'mich Collin: Platter, wie hebt Pindar an? Ichsprach : Ariston men to hydor ; er reichte miri den Wasserkrug und sagte lachend: Wolher, so
I folgen wir Pindarn Aus Mangel an Wein trin
ken wir Wasser.
Nachdem ich das Handwerk gelernt hatte, be-gab ich mich von Zürich auf Basel; daselbst> kam ich zu einem schr rauhen Meister, der mir
! viel böse Worte, aber wenig Lohn gab. Andreas
Cratander, dessen Sohn ich in Zürich gekannthatte, beschenkte mich mit einem Plautus aus sei«ner Presse; Bogen für Bogen last ich den Autor,j beym Hin- und Hergehn , wenn ich Seile dre-hete; einmal überraschte mich der Meissr undfluchte entstzlich. Verschiedene Studirende hattenMitteiden mit mir» und suchten mich entwederbeym Erasinus oder beym Rhenanus unter zu-bringen ; auch mit Oporin und andern gerieth ichin Bekanntschaft. Oporin ließ nicht nach, bis ichihm im Ebräischen Unterricht gab. Der MeisterB »