Band 
Dritter Band.
JPEG-Download
 

42

zer jedes Verdienstes, schenkte ihm seine besondereFreundschaft: aber über alle Bekanntschaften dieUsteri in Paris machte, über alle Freundschaftendie er sich erwarb, und die ihm wahre Ehre brach-ten, ragt lieblich hervor, die Freundschaft, dieI. I. Rousseau ihm schenkte. In Rousseau ver-ehrte er den redlichsten Priester der Wahrheit,den unversöhnlichsten Feind aller Vornrtheile,den Mann, der allein fürs Wohl der Menschheit,für Stürzung jedes schädlichen Vorurtheils, fürErhebung der Wahrheit dachte und lebte: undRousseau erkannte in Usteri den freydenkenden,einsichtsvollen, eifrigen, hcrzlichgutcn, anmas-snngslosen jungen Schweizer, der ihm ohneSchmeichcley, offenherzig und frey seine Gedan-ken auch über seine Lieblings -Pläne und Sachenmittheilte. Sie wechselten einige Zeit miteinan-der sehr interessante Briefe.

Zurük von seiner Reise lebte Usteri noch zweyJahre für sich, ohne öffentliche Arbeiten, sczteseine vorbereitenden Studien fort, arbeiteteunter andern, an einer Uebersctzung seines Lieblings-Schriftstcllcrs Demosthenes — hielt 1762 histo-rische Sommer- Vorlesungen — ward Mitgliedder physikalischen Gesellschaft, in derer viele Jahreeines der fleißigsten vortrcflichstcn Mitglieder war— er theilte dieser Gesellschaft in mehrern Vorle-sungen die wichtigsten Fragmente über Oekonomie