;?8 Die Wirthschaft
hatten/ da hatte ich häufige Gelegenheit bey einemweitläufigen Vorwerk, die Landwickhschaft in Ansehungder Viehzucht und des Ackerbaues kennen zu lernen.Ich nahm bey allen Anlässen Antheil daran, und ließkeine Feldarbeit ungeprüfet liegen. Bey anwachsendenJahren brachte ich alle meine Ruhestunden, die mirvon meinem Studieren übrig blieben, in Gesellschaftder vernünftigsten Bauren zu, und unterredete michmit ihnen von den Fehlern des Feldbaues und denMitteln sblche zu verbessern. Niemal erinnere ich michdieser seligen Zeiten ohne die innigste Rührung. Daempfände ich mit meinen eignen Sinnen die Vorzügedes Landlebens. Von allen Seiten boten mir die Schön-heiten der Natur die seligsten Vergnügen an, und er-weckten den ersten Wunsch in mir, einen Beruf aus-zuwehlen, der mit der Betrachtung der Natur in dergenauesten Verbindung stunde. Damals eurpfayde ichdie Wahrheit der Lobsprüche, die ich bey reiferem As-ter , in den unsterblichen Schriften der Griechen undRömer dem Feldbau geben sahe. Ich empfände, nstewahr der weise Socrates bey Tenophon gesprochen:»Auch die glücklichsten der Menschen können den Feld-bau nicht ermangeln. Er entzündet die Seele mitFleiß und Eifer zur Arbeit, und vergnüget sie zugleich
mit