eines Philosophischen Bauers. 4?»
anfangt von der Arbeit matt zu werden. Er mästetdie Schweine wie andere Bauern für die Haushal-tung , aber das Fleisch macht kein besonder Gerichtauf feinem Tisch, alle Tage wird ein Stück klein zer-schnitten unter das Gemäß verkochet, welches dadurchnach feiner Erfahrung nährender und stärkender wird.Je schwerer die Speisen zu verdauen, je nahrhafterfindet er sie, eben deswegen ziehet er die Erdäpfel allenandern Speisen vor, und Roggenbrodt dem Weihen,oder Kernenbvodt. Er richtet seine Urtheile von derNahrhaftigkeit der Speisen allemahl nach seinen Ein»psindungen, welche ihn um so viel weniger betrügen,weil er immer mit gleichem Fleiß arbeitet. Da empfin-det er, daß er bey weichlichen Speisen weit eher er-mattet, als bey harten und unverdaulichen.
Ueber alles, wendet er leine Aufmerksamkeit, aufdie Erziehung der Kinder, diese haltet er für seineheiligste Pflicht. Er siehet seine Kinder an als GeschenkeGOttes, denen er zur wahren Glückseligkeit den Wegbahnen soll, und welche über ihn zum Himmel umRache schreyen würden, wenn er sie auf Abwege ver-führte. Sein Grundsatz hierinnen ist, sorgfältig zuverhüten, daß keine schlimme Begriffe, und ausschwei-fende Begierden in den zarten Gemüthern entstehen. Er
nahm