Buch 
Alēthinos kai prōtos poimēn : = Verus et primus pastor : feyerliche Danck-Rede des hochwürdigsten Ertz-Bischoffens von Gross-Novogrod, oder Neugard an dem Fluss Wolgowa in West-Russland zu Gott, und an seine versammelte Clerisey auf die Abtrohnung Peters des Dritten Czaars in Russland ... / gesprochen, und aus dem Griechischen in die deutsche Sprache übersetzt von Czsar-Jelim Ivanowiz
JPEG-Download
 

ro

(o)

Ich gestehe, das eine billige Abgab der Priesterschaft etwas löb-liches ftye, wo man mit Feinden zu thun, welche der Religion, unddem Staat zu nahe auf die Versen trstten; und die Schals Kammerdes Fürsten das Ergiebige zu reichen ausser Stand ist. Linsen, undHülsen, Kerne sind nicht das, mit dem man unsere Krieger bezahlt.Wo kein Geld ist, da ist dem Krieg die Spann-Ader abgespren zt, derrichtige Sold muß dem Soldaten Muth machen , sein Leben für dasVatrerlande zu opfern; und der Glanz des Gelds muß ihn auf einegewieft Art verblenden, daß er die Gefahren oft nicht sehe, in wel-chen er sich befindet. Unsere Russen sind in die ganze Welt, alstapfere Kriegs - Leute ausgeschrien. Allein man muß ihnen die MonatGelder nicht verschieben, wenn man sie tapfer haben will; und damitsie nicht Feuerscheu werden, muß man ihnen zu richtiger Zeit das Goldder Rubeln, und das Silber der Copecken in die Augen blitzen lassen.Der Hof muß Geld in der Truhen haben. Er muß aber ftlbsten dieCanale zu überflüßigen Lustbarkeiten stopfen, damit das Wasser dahinlauffe, wo man es nöthiger hat. Der Ueberfluß muß abgeschafk,und der Pracht vermündert werden, wenn man Herre ins Felde stellt.Es ist schändlich wenn der Soldat in Feuer, und Hitz Mangel leidet,und der Monarch, für den er Kämpfet , in dem Wohlleben fast er-sauft. Der Krieg ist eine Straf - Ruthe GOttes, welche nicht nurfür die Gemeinen, sonder auch für Fürsten in dem Fenster steckt.Allein viele grossen machen sich nichts daraus. Das Ungemach derFeldzügsn trift sie nicht; und der Pulverrauch beißt sie nicht in dasAuge. Sie machen sich aus dem Getränge. Und auf daß der Lastdes Kriegs sie nicht drücke, gehen Bale, Mahlzeiten, Jagd, Schau-spiele, wie in Friedens-Zeiten fort, da indessen ganze Provinzen inFeuer, und Dampf aufgehen, die Soldaten verhungern, und so un-zählbare Gut, Geld, Leib, und Leben einbüffen. In solchen Um,standen liebste Brüder! kan von andern mit recht keine Beysteuer ge-fordert werden. Die Gewaffneten bitten sind da unbillig, und diefreundlichen Erpressungen ungerecht. Die Sickel des HeiligthumSwerden den wenig Seegen bringen, und man wird den Fluch GOttesauf dem Geprag des erpreßten Priester-Gelds lesen können. Sobald aber der Hof ftlbsten die Gesparsamkeit zur Rentmeisterin macht,und die Kammer das erkleckliche demwch nicht thun kan, denn soll auchdie Geistlichkeit das ihrige ergiebig beytragen. Der Fürst kan es be-gehren, und sie kau es nicht abschlagen. Sie ist einer der ersten Thei-le»