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Alēthinos kai prōtos poimēn : = Verus et primus pastor : feyerliche Danck-Rede des hochwürdigsten Ertz-Bischoffens von Gross-Novogrod, oder Neugard an dem Fluss Wolgowa in West-Russland zu Gott, und an seine versammelte Clerisey auf die Abtrohnung Peters des Dritten Czaars in Russland ... / gesprochen, und aus dem Griechischen in die deutsche Sprache übersetzt von Czsar-Jelim Ivanowiz
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einander verstrickt. Ihr machtet geharnischte Männer darüber schüch-tern. Sie merckten gar wohl , daß ihr Debora, und Judith wäret,die Klugheit, und Heldenmuth besässen ihre Anschläge zu vereitle»,und die Abrisse ihrer Vorhaben nicht nur auf dem Papier, sondernauch in dem Felde auszulöschen. Sie empfanden offters, daß sieAmazonninen vor sich hätten, die auch einem Cyrus den Kopf indem Blut-Kessel tauchen konten. Kurz, der Bund dieser zwo mäch-tigen Fürstinnen war so gehärtet, daß dessen Ring, und Bände dieHämmer, und Zangen der Cyclopen trotzten.

Die Zeit heischte es aber auch. Unruhige Prinzen kochten in ih-rer falschen Brust Dinge, welche den Untergang mittet, und unmit-telbahrer Nachbaren zum Ziel hatten. Ich rede von letzten Jahren.Der Spaß gieng dem ersten voran. Die aufgerichtete Lust- Lagerwaren, was die spielenden Delphinen in der See, das ist, Vordeu-tungen eines grossen Sturms. Die Überrumplung Sachsens, derEinbruch in Böhmen lehrten gleich, zu was Ende die PreußischenRiesen ihre Berge zusammen getragen. Mosrau eilte seinen Bunds-genossenen zu Hilf, und Franckreich war auch einer davon, welchesdie Weit als ein Meer-Wunder befremdete. Unsere Völcker zogenaus ; und sie thaten Wunder. Ich will euch deren nur einige erzeh-len. Unsere Kriegs - Männer stunden bey Cüstrin wie eiserne Mauren.Sie färbten die Oder bey Franckfurt mit dem Blut der bemeistertenBrandenburgeren ; und machte das Geprell unserer Carthaunen, undFalconeten das Hofiager zu Berlin würcklrch unruhig. Die Helden-Arbeit unsers Grafen Solrikof bey Lebus in der Mittel-Marck Bran-denburg verdienet Marmor - und Porphyr-Steine, die selbe mitdem getreuen Beystand des tapferen Laudons den spätisten Jahren un-serer Nachkömlingen übertragen sollen. Rußlands Ehre trakt dortenüber die Tapeten feindlicher Leichen zu der höchsten Stufte, weil« esgegen Friederich den Grossen focht, deme übertriebene Lob , Sprücheheuchlender Gemütheren den Namen eines Unüberwindlichen erdich-ten ; und wie gut fiel die Sache für uns bey Crossen in Nieder-Schlesien aus, wo wir unsere Feinde mit gestutzten Haar - Schwei-fen vor uns entlauffen sahen, welche der General Wedel gegen unsanführte. Die Eroberung von Schweidnitz, wo man die Vorraths-Kümmeren für ein halbes Königreich fand, war ein Lorbeerreiser, soder grosse Laudon mit unserem General-Lieutenant Lzernischef theilte,

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