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Leben Clementis XI.
zu sprechen, versagt, ja selbst vielmals dem geringsten PöbelAudienz verstattet, indem er zu sagen pflegte: Ein Fürstmüsse zwar alles wissen, aber nicht eben alles thun.
Den Magistrat zu Rom und in andern Städten hat erDicht unterlassen, fleißig zu ermähnen, die Gesetze zu bewah-ren und einem jeden ohne Ansehen der Person Recht wieder,fahrenzulassen. Für die Erhaltung guter Zucht und Ordnungim geistlichen sowohl, als weltlichen Stande hat er ohne UmLerlaß gewacher und gesorget, auch für die verlauffene uudmigerarhene Jugend zu ihrem Besten ein Hauß bauen lassen,Darinnen sie noch bis diese Stunde zu einem gottseligen Lebenangeführet und in allen gurrn Künsten und Wissenschaftenunterrichtet wird. Zu destd besserer Verwahrung des öffent-lichen Getraybes, darzu die alten Häuser, die von den vori-gen Päpsten aufgerichtet worden, nicht mehr zulänglich ge-wesen, hak er ein weitlättftiges Gebäude aufführen lassen,auch die Herrlichkeit des Capikolii durch viele, für sein eigenGeld erkaufte, sehr herrliche ankique Statuen und durch Voll-führung des angefangenen Baues zur größten Vollkommen,lheit gebracht.
Der Schwedischen Königin Christina Alexandra, vonwelcher oben gedacht worden, ward auf seinen Befehl zu St.Peter ein herrliches Grabmahl aufgerichtet, weil sie freywilligihr Königreich verlassen und nach Abschwörunq der KetzereyDen Catholischen Glauben angenommen, den sie auch bis anihr Ende, so schön vor vielen Jahren zu Rom erfolget, be,wahret. Die Vatikanische Bibliothek ist durch seine Vor,sorge mit vielen ausländischen und in Orient mir großer Mühezusammen gesuchten lVltcts. vermehret worden, in der allge-meinen Landes « Noth aber, welche theils die bösen UmständeDer Zeit, theils die nnerforschlichen Gerichte GOttes verur-sachet, hat er gegen Unterthanen und Ausländer eine großeLiebe und Vorsorge bewiesen, auch eS weder an geistlichennoch leiblichen Mitteln, die zu Abwendung derselben dienlichgeschienen, ermangeln lassen.
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