Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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88 XXl. Leben des Cardmals von Kollonitsch.

Er brachte sein Alter nicht hoch, sondern starb den 17.Aug. 1706. im zosten Jahre seines Alters, nachdem er über15. Jahre die CardinalSwürde bekleidet. Der Tod übereilteihn dergestalt, daß er nicht einmal Zeit hakte, die Sacramen-re zu empfangen. Er hatte einen aufgeweckten Geist, undwar in den Gesellschaften sehr angenehm , hatte aber darge,gen mir ernsthaften Geschäften nicht gerne viel zu thun.

XXI.

Leopoldus von Kollonitsch,

ein Ungar.

geb. i6Zr. Card. 1686. f. 1707.

/^r wurde den 24. Oct. i 6 zi. aus einem alten Ungari,schen Geschlechte, das sich auch in Deutschland ansäs,sig gemacht, gebohren. Seine Eltern bekannten sichzur Evangelisch > Lutherischen Religion. Jedoch da sein Va»rer, Ernst, Graf von Kollonitsch, frühzeitig starb, wurdeer Römischcatholisch erzogen. Kayser Ferdinand III. derselbst für seine Erziehung Sorge trug , untergab ihn denJesuiten zu Wien, welche ihm lauter solche Grundsätze bey,brachten. die zu Bildung eines recht heftigen Verfolgers derKetzer und anderer Feinde der Römischcatholischen Religionerfordert werden.

Als er das 9« Jahr feines Alters erreichet, begab ersich in den Malteserorden und ließ sich am heil. Osterfeste1650. das gewöhnlich Ordenskreutz anhängen. Er gieng dar,auf mit nach Candien wider die Türken zu Felde, wohnre demblutigen Seetreffen unweit den Dardanellen bey und hieltsich in solchem sowohl, daß er nicht nur eine feindliche Fahneeroberte, sondern auch zu Belohnung feiner bezeigten Tap,ferkeit zum Commendanren des Castells zu Malta ernennetwurde.

Jedoch