XXI. Leben des Carditials von Kollonitsch. 89
Jedoch sein gutes Glücke brachte ihn 1659. wieder nachWien, wo er sogleich unter die wirklichen Kämmerer aufge,nommen wurde. Es währte aber nicht lange, so entschloßer sich völlig in den geistlichen Stand zu treten. Der Kayser,der seinen sonderbaren Religionseifer, welchen er bey allerGelegenheit von sich blicken ließ, mit vielem Vergnügen wahr,nahm, beförderte ihn bald darauf von einem wichtigen Biß,thum zum andern. Im Jahr 1667. ward er BischofznNeu,rra, 1685. Bischof zu Wienerisch, Neustadt, ,690. Bischofzu Raab, 1691. Erzbischof zu Colocza und endlich 1695.Erzbischof zu Gran und dabey zugleich Großcanzler und Pri,mas von Ungarn.
Ehe er aber die letzt gedachte höchste geistliche Wurde indiesem Königreiche erlangte, schlug ihn Kayser Leopold beydem damaligen Papste Innocentio XI. zur Cardinalswürdefür, die er ihm auch den 2. Sept. r686. ertheilte. Er kamaber nicht eher nach Rom, als nach des Papsts Tode , wel,ches 168Y geschah , da er dem Conclavi beywohnte und Ale«pandern VIII. erwählen half, der ihm nachgehend- den Hutaufsetzte und den Priestertitel St. Hteronymi Illyrtcorum ver,lieh.
Der Kayser würdigte ihn seines ganz besondern Ver,irauens und erklärte ihn über die bereits gebabren hohen Aemrerzum wörtlichen geheimen Rathe und Cammerpräfidenten,welche letztere Bedienung er aber nachgehend-wieder aufgege,den. Doch hat man ihn niemals für einen großen GtaatS,mann gehalten, weil er sich gänzlich durch die Jesuiten re«gieren lassen, und aus Fürcht, es möchten die Protestanteneinigen Vortheil erhallen, das wahre Beste des StaatS garfeiten genugsam erwogen, wie er denn in dieser Absicht zuAnfang dieses Jahrhunderts eine geraume Zeit an dem Kan-ter!. Hofe des damals verdächtig gewordenen ChurfürstenS vonBayern Parthey gehalten.
Zu den Römischen Intriguen ist er ebenfalls nicht rechtgeschickt gewesen, wie man in den beyden Conclaven 1689.und 1691. wahrgenommen. In dem erstem ließ er Alexan,
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