XXX. Leben des Cardmals von Medices. 117
Er warf sich in diesem Conclavi abermals zum Hauptesowohl der Spanischen als Kayserlichen Parthey auf, und weiler Zv. Stimmen in seiner Gewalt hatte, konnte er dem Wahl«geschäfte einen grossen Ausschlag geben. Alleine da die we«nigsien von dieser Parthey ins Conclave kamen, er'aber beyVernehmung der Krankheit und des darauf erfolgten TodesKönigs Caroli II. von Spanien anfieng, für den Kayferli«chen -Hof weniger, als für den Spanischen zu sorgen, so mach»te diese ganze Parthey für diesmal in dem Conclavi eine sehrschlechte Figur. Die Französische behielte die Oberhand undder Cardinal von Medices machte nicht viel Schwierigkeit,dieselbe unter der -Hand zu unterstützen. Solchergestalt kamClemens XI. auf den Päpstl. Stuhl, der jederzeit mehr Nei«gnng gegen Frankreich, als gegen den Kayser Und das-Hau?Oesterreich von sich hat blicken lassen.
Sobald der Cardinal von Medices Nachricht erhielt,baß Philippuö von Anjou, des König? von Frankreich En«kel, durch ein Testament auf den Spanischen Thron erhobenworden , erkannte er ihn sogleich für den rechtmäßigen Kö«nig. Er gieng ihm selbst entgegen, als er 1702. nach Ita«lien kam und wohnte dem öffentlichen Einzüge desselben zuNeapolis bey. Als er n^ch Rom zurücke kam, legre er öasProtectorar von Deutschland und dem Hause Oesterreich nie»der und nahm dargegen nebst dem Spanischen das FranzZsi.sche Protektorat über sich,'worauf er das Kayftrl. Wappenwegnehmen und dargegen das Französische aufhangen ließ;jedoch weil solches dem Spanischen Wappen zur rechten Handgesetzt wurde, protestirte der Kayserl. Abgesandte, Gras vonLamberg, im Namen seines Principals als rechtmäßigen Er«bens der Spanischen Monarchie, darwider und ließ deßhal«ben eine nachdrückliche Schrift unterm 3. Jan. 170z. bekanntmachen. So bald der Cardinal von Medices, der sich da«mals zu Florenz aufhielt, davon Nachricht kriegte, fertigteer den Abt Stassa nach Rom ab, mit dem Befehle, über demThore seines Pallasts sowohl das Französische als SpanischeWappen herab zu nehmen und nur alleine.das Päpstl. stehenru lassen.
H 3
Der
«