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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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Il6 XXX. Leben des Cardinals von Medices.

fe zu einem sonderbaren Ansehen. Der Kayser Leopold trugihm nach Absterben des Cardinals Pio das Protectorak vonDeutschland und dem Hauße Oesterreich auf, welches auchder König von Spanien that, obgleich sonst das Spanische !Protectorar unret vier Cardiuale getheilt gewesen. Er hatbeyden Protecroraten zu beyder Höfe Vergnügen eine langeZeit vorgestanden und die Oesterreichs, Spanische Partheyals das Haupt derselben mit großem Eifer vertreten. Diesesthat er sonderlich in den Conrlaven, darinnen die Päpste Ale«xander VIII- und Jnnoceimus XII. erwehlt wurden, da ihmdie geheimen Absichten oder das sogenannte Secret von bey, >

den Höfen anvertrauet war; wixwohl man dafür hält, daß '

ihm in dem letztem Conclavi der Cardinal von Goes darumzugeordnet worden, weil man-in dem erstem Kayserl.SeitSeinigen Argwohn auf ihn geworfen.

Den r. März 1694. starb seine Mutter, Julia Victo«ria von Rovere, des letzten Herzogs von Urbino Tochter, dieihn zum Erben aller ihrer Güter mit der Bedingung eingehe«zet hatte, daß dieselben Nach seinem Tode nicht in fremde Han«bekommen, sondern seinem Bruder, dem Großherzoge, unddessen Kindern und Nachkommen , Heimfallen sollen. Esmachte zwar der Cardinal Negroni auf verschiedene Gütereinen Anspruch und gab sie für Pertinenzstücke seinerAbtey St. Lorenzo aus. Alleine es wurden ihm solche nach igeschehener Untersuchung 1696. ab«und dargegen dem Car« ^dinal von Mebices zugesprochen. ^

Nach dem Absterben Jnnocentii XII. fand er sich sogleichaus Floren^, wo er sich bisher aufgehalten hatte, zu Rom.ein und betrat das Conclave. Weil nun weder der Kahserli«che noch Spanische Abgesandte annoch bey des PapstS Leben >seinen öffentlichen Einzug gehalten und daher beyde nach dem !Römischen Ceremonie! nicht zur Audienz bey beflr Cardinals«collegio gelassen werben konnten, so hatte er an ihrer staktdie Ehre, solches zu verrichten.