XXXI. Leben des Cardinals Portoearero. I2Z
Lie Ehre hakte, ihm in der Kirche den Eyd vorzulesen, dender Koni«; stehend, und mir entblößtem Haupte ablegte. Erist ftk dieser Zeit bey Hofe immerzu in größeres Ansehen ge«kommen bis er endlich das Faktotum am Spanischen Hofeworden.
Als man in den letzten Jahren der Regierung KönigsCaroli II. anfieng wegen der Spanischen Thronfolge sich Gor«ge zu machen, richtete man seine Augen auf den CardinalPorrocarero, als einen klugen und vielvermögenden Mini«ster. Er war der Oesterreichischen Parthey anfangs nichtabgeneigt, daher er dem Grafen von Harrach, welchen derKayser kurz vor dem Ryswickrschen Frieden in der Absichtnach Madrik geschickt, daß er die Thronfolge des ErzherzogsCarls befördern helfen sollte, auf das allerfreundlichste begeg«nere. Er würde auch die Oesterreichische Parthey schwer,lich verlassen haben, wenn ihn nicht die Königin, die sichdurch die bey sich habenden Deutschen gänzlich regieren ließ,und seinem Feinde, dem Ammiranten von Castilien, allzuviele Gewogenheit erzeigte, mißvergnügt gemacht hatte. Erverließ daher einsmals mit großen Unwillen den Hof, fandsich aber auf Zureden seiner Freunde bald wieder an demsel«den ein. Jedoch da ihn diese Parthey einmal vor den Kopfgestoßen hatte, fein Secretariusaber, Don Urraca, berihngänzlich regierte, gar nicht Oesterreichisch gesinner war, durfteman sich nicht wundern, daß er sich völlig auf die Seite desChurfürstens von Bayern lenkte, welcher den obgedachtenDon Urraca bestochen hatte.
Als solches der schlaue Graf von Monterey, der das^Haupt der Französischen Parthey war, merkte, trug er allesbey, den Cardinal von der Oesterreichischen Parthey vollendsabzuziehen. Er stiftete den Französischen Gesandten, Mar«guis von Harcourr, an, daß er selbst gegen den Cardinal demBayerischen Prinzen das Wort reden und.bezeugen mußte,wie sein König geneigt sey, in Ansehung dieses Prinzens seinRecht fahren zu lassen und mit einem Aequivaleme vor lieb zunehmen, wenn nur das Hauß Oesterreich von der Succeßtouewig ausgeschlossen bliebe. Weil der Cardinal keine erryünjch«