124 XXXI. Leben des Cardinals Portocarero.
tS Antwort darauf gab, ward der Graf vonMonterey bewo»gen, sich selbst diescrhalben mit ihm zu unterreden, wobey erihm eine Abschrift von dem geschlossenen Theisungskravtakezeigte. Der Cardinal wurde darüber ungemein entrüstet undbeschuldiget sowohl den Möntg Wilhelm von Engelland, alsdie General. Staaten einer großen Undankbarkeit und Ver«blendung, wußte sich über des Wienerischen HofesNachläßig«keit und Unempfindlichkeit nicht genug zn beklagen und gabdem Churfürsten von Bayern Schuld, daß er um keiner an»Lern Ursache willen in diesen Tractat gewilliget, als daß erseinem Sohne Spanien und Indien verschaffen möchte.
Da der Graf von Monrerey merkte,' daß der Cardinalsowohl über den Wienerischen Hof, als den Churfürsten vonBayern mißvergnügt war, nahm er Gelegenheit, ihn durcheinen nachdrücklichen Discursvöllig auf die Französische Set.re zu lenken. Meine er antwortete darauf mit diesen Wor.ten: „Das Mittel, das Sie Vorgeschlagen, ist allerdings„vor Spanien das Vortheilhafteste, aber mein Gewissen er«„laubet mir nicht, solches zuergreiffen. Ist der Chur.Prinz„von Bayern gleich nicht der mächtigste, so ist er doch der„rechtmäßigste. Es ist daher weder mir, noch einem andern„Minister'erlaubt, diesem Prinzen ein so grbßes Unrecht zu.„zufügen, unter demVorwand, das Uebel eines ungewissen„Kriegs zu vermeiden. Es sollte vielmehr ein jeder recht,„schaffener Spanier sich dem Besten diesesPrinzen aufopfern.„Die Seemächte und andere Staaten, die sich vor der an.„wachsenden Macht des Hauses Oesterreich eben so sehr, als„vor der Macht der Crone Frankreich, fürchten, würden die„Parthey des Churprmzens mit Freuden ergreiffen. Man habe„von Seiten des Kaysers nichts zu besorgen. Engelland und„Holland aber schienen das Interesse des Hauses Oesterreich„gänzlichverlassen zuhaben. DerVorzug, den mandenrBar?„erischen Prinzen vor dem Dauphin gebe-, könne der Crone„Frankreich keinesweges zum Vorwande dienen, die Verzicht„leistungen der beyden Infantinnen, die nach einander Königin,„nen in Frankreich worden, ungültig zu machen, weil die„Verzicht der Erzherzogin Maria Anconia in Spanien um„bekannt sey, die Verjichrlcistungen jener Prinzcßrnnen aber