XMr. Leben Des SarLinals Portocarero. izz
nicht viel weiter nach Hofe kam, er wäre denn besonders da-hin berufen worden.
Dieses geschah unker andern im Jahr 1707. da desPrin; von Asiurten gebohren wurde, welchen er den 8. Dec.laufte, und ihm den Namen Ludwig beylegte. Er theilte beydieser Gelegenheit sehr kostbare Geschenke an dem ganzen Ho-fe aus. Selbst der König bekam zoooo. Pistolen zu Be-streitung der Kriegskosten. Er verkaufte auch seine kostbarenCarossen und wendete das daraus gelösete Geld zum Entsatzder Afrikanischen Vestung Oran an , die damals von denMohren scharf belagert wurde.
Den 7. April 1709. > musste er aßermak zu Madrit er-scheinen, als der obgedachte jrrnge Prinz von allen Großendes Hofs und den Ständen des Reichs für den künftigenCron. Erben erkannt und ihm in Voraus schuldiger wurde.Er hielte ihn dabey auf den Armen, hakte aber den Verdruß,daß derselbe fast die ganze Zeit über, da die Großen nach ein,ander ihm die Hand küßten, weinte.
Nicht lange darauf zerfiel der Hof mit dem Papste, weildieser den Erzherzog Carl für einen König von Spanien znerkennen gezwungen ward. Der Cardinal Por'rocarero, derkurz vorher aufs neue nach Hof berufen-worden, war sehrentrüstet darüber. Er gab den Rath.,man solle durch einKönigl. Circular-Schreiben allen Erz. und Bischössen desReichs den Umgang mit dem Päpstl. Hofe verbiethen, auchnlchr das geringste weiter nach Rom bezahlen. Hierdurch be,kam er den größten Theil der Spanischen Geistlichkeit zum^Feinde, weil sie sich ein Gewissen machte^ dem Papste dasGeringste zu entziehen, jedoch er lebte nicht lauge mehr, son-dern starb den 14. Sept. 4 799. zu Madrit in dem 74steuJah«re ftinesAlrers ttndg.osten seiner Cakdmalswürde. Er führtein den lctzrern Jahren den Titel eines Cardinal. Bischofs vonPalästrina, welche Kirche er nebst der von der heil. Mariader größern , wie auch die heilige Iuugftau zu Loretto, undzwar dieft letztere mit sooov. Scubi, nicht lange vor seinemEnde reichlich beschenkte.
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