rz2 xxxi. Leben des Cardmals Portocarero.
Französischeil Cardinal von Estrees mit, der auf Verlangendes Königs in Frankreich zur Regierung gezogen und gleich»sinn zum Aufseher am Maoruischen Hofe bestellt wurde. Mirdiesem konnte sich der Cardinal Portocarero durchaus nichtvertragen, wen er «keine Hahn im Korbe seyn wolle. Esnahmen an seinem Mißvergnügen fast alle Große Antheil,welches auch die Prinzeßin Ursini that, die mit der jungenKönigin, als Oberhofmeisterin derselben , durch des Cardi»«als Vermittelung nach Spanien gekommen war. Sir re,dete dermaßen heftig wider den Französischen Cardinal, daßsie auf Befehl des Königs in Frankreich unverzüglich denSpanischen Hof verlassen und nach Versailles kommen muß,ie. Sie wußte sich aber allda so gut zu rechtfertigen, daß siejuirr höchsten Vergnügen Philippi V. und dessen Gemahlingar bald wieder nach Madril zurücke kehren durste.
Der Cardinal Portocarero stellte sich sehr böse und wol,te den Hof ganz und gar verlassen. Wie er aber sah , daßman es wenig achtete, und zugleich erkannte, daß es bessersey, ein getheiltes, als gar kein Regiment zu haben, verbißer seinen Schmerz und fieng an, dem Cardinal von EstreeSaufs freundlichste zu begegnen. Dieser selbst , da er sah, inwas für einem Ansehen der Cardinal Portocarero in ganzSpanien stünde, bemü hete sich um seine Freundschaft, und damiter bey demselben keine Eifersucht erwecken möchte, blieb er gemei,niglich von den StaatS, Berathschlagungen weg, wennPor,tocarero Unpäßlichkeit halben denselben nicht beywohnen könn»te. Alleine es wollte gleichwohl zwischen diesen beyden Car,dinälen keine rechte Harmonie start finden, daher endlich derKönig in Frankreich bewogen wurde den Cardmalvon Estreeszurücke zu berufen. Jedoch es fand sich an dessen statt dessei,ben Vetter, der Abt von Estrees, ein, der sich bey Hofe fasteben soviel als jener heraus nahm. Da nun zugleich diePrinzeßin Ursini anfieng, sich einer großen Auttorität beyHost anzumaßen, wurde der Cardinal Portocarero endlichso mißvergnügt, daß ersieh aller StaatSgefchafte entschlugund nach Toledo in ftinErzbißthum sichbegab, allwo er zwardem Könige Philipps V. allezeit treu und ergeben blieb, aber