Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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izo XXXV. Leben des Cardmals Grimani.

chen sonderlich 1701. Mit dem Spanischen Abgesandten, Her«zöge von Uzeda, geschah , als. die Carossen einander auf derGasse begegneten. Es wollte kein Theil dem andern weichen,daher es unter den Bedienten von den Worten zu den Schlä-gen kam.

Im Jahr 1702. that er eine Reise nach Wien. Es hieß,er würde bald wieder kommen; aber er blieb bis 1706. weg,während der Zeit er 'zu Wien denen geheimen Raths «Ver«fammlungen beywohnte, nachdem er schon vor einiger Zeitden Characrer eines würklichen Geheimen Raths erhalten hat-te , in welcher Würde er auch 1705. von dem neuen KayserJosephs bestätiget wurde. Dieser schickte ihn 1706-nach Rom,weil er ihn nicht nur für geschickt hielt, die Stelle eines Kay-ftrlichen Ministers am Päpstlichen Hofe zu bekleiden, sondernihm auch zulängliche Herzhaftigkeit zutraute, dem Papste beyseinem widrigen Bezeugen gegen das Haus Oesterreich mitNachdruck zu begegnen. Er langte den iZ. Iul. 1*706. MRom an und nahm sein Quartier in dem Pallaste alla'Longa-ra, worinnen ehedessen die Königin Christina von Schwedengewohnt hatte.

Seine Ankunft setzte die Anhänger der beyden vereinig-ten Cronen Spanten und Frankreich in nich^ geringe Be-stürzung. Sie bemüheren sich, seine Zulassung bey dem Pap-ste zu hintertreiben und ihn als einen unruhigen Kopf bey ihmverhaßt zu machen. Alleine Clemens XI. konnte ihm den An-tritt nicht versagen, ob er gleich selbst wünschte, daß ein an-derer an seiner Stelle erscheinen möchte. Den 24. Iul. er-theilte er ihm die erste Audienz, wobey er ihn mir einer sehtgnädigen Mine empfieng. Jedoch der Cardinal Grimaniließ sich dadurch in seiner Treue gegen den Kayser und dasHaus Oesterreich nicht irre machen. Er fieng vielmehr an,das Beste desselben mit solchem Eifer und Wachsamkeit zu be,sorgen, daß der Papst zum öftern mißvergnügt darüber wur-de. Seine Vorstellungen , die er dem heil. Vater that, ge-schahen mit einer solchen Dreustigkeit, die der Freyheit zure-den, deren sich der Französische Cardinal Ianson in ebender-

Mche» Fällen bediente, ganz gleich war.