XXXV. Leben des Cardirrals Grimani. IZI
Im Jahre 1707. warb er zu Rom für den bekanntenNeapolitaner Scarpalegia, der damals die Gränzen des Kir-chenstaats sehr beunruhigte, ein Regiment von ivoo. Mann,welchem er seinen Namen beylegte. Der Papst empfand die-ses so übel, daß er ihn deshalben mit dem Kirchenbanns be-drohen. Ieooch bey Annäherung der Kayserlichen Armeegab Clemens XI. zu verstehen , daß er Gnade für Recht er-gehen lassen wollte, wenn der Cardinal Grimani sich künfrigbcsser aufführen und den Päpstlichen Stuhl nicht mehr so em-pfindlich beleidigen wurde.
Im Jahre 1728. wurde er von dem Könige Carolo III.an des Grafens von Dann Stelle zum Vice-König vonNeapolis und Grand d'Tspagne ernennet. Als man zu Neapo-lis Nachricht davon erhielt, schickte man einige Depucirrenach Wien, um den Kayftr zu bitten, daß er den Grafen vonBaun in seiner Würde bestätigen möchte, so aber nicht er-folgte. Es schien, als ob die Neapolitaner befürchteten, «6möchte der Cardinal Grimani allzu scharf seyn und ihnen ihreFreyheiten beschneiden.
Jmmittekst gab sich der Cardinal viel Mühe, den Papstzu bewegen, daß er an die zu Mayland angelangte BrautKönigs Cacosi III. einen Legamm a latere absendete, konntees aber soweit nicht bringen. Der Papst stieß vielmehr widerden Kayser und den Herzog von Savoyen so heftige Klagenaus, daß ihm der Cardinal mir ziemlicher Hitze zur Antwortgab: Es hätten ihre Heiligkeit Ursache, gegen solchehohe Häupter eine mehrere Hochachtung zuhegen. DerPapst, der dadurch ebenfalls in Harnisch gebracht wurde,versetzte darauf: Man habe auch noch wohl Gefängnissefür solche Laröinäle, die ihre Schuldigkeit gegen denApostolischen Stuhl nicht besser beobachteten. Akletneder beherzte Cardinal bezahlte diese Drohuna mir gleicher Mün-ze und sprach: Man würöe wohl auch noch Pantoffelfür einen neuen Papst finöen.
Nachdem er von Rom abgereiset war, bedachte derPapstallererst, was zwischen ihm und dem Cardinal von Grimani vor-
K 4 gegan»