154 xxxv. Leben des Cardinals Grimani.
„dem Ramm des Allerhöchsten und der Heil. Apostel Petti„und Pauli, befehlen Ihnen auch Kraft unsers Amts und„zwar bey Vermeidung aller derer Straffen Und Censuren, die„in den Heil. eanomdus und vornemlich in denen, die am Ta,„ge des Nachtmahls des HErrn verlesen zu werben pflegen,„und bey Verlust aller Ihrer Würden und bey wtllkührlicher„Straffe von Uns, Sich für der Vollziehung desvorbenann,„ren Edicts, als welches an sich selbst null, nichtig, irrig,„und von keiner Gültigkeit ist, zu hüten, noch solches vollste,„hen zu lassen, oder obbemeldete Erz, und Bischöffe weder mit»„telbar, noch unmittelbar zu verhindern, wider mehr ermel,„deres Edick ihr Amr zu gebrauchen.,, Der Schluß lauterealso: „Wir hoffen noch das Beste von Ihnen und versehen„Uns, Sie werden willig folgen und die aufgetragene Macht„mchr zum Nachtheil der Kirche brauchen, sondern vielmehr„derselbenBestes befördern, auch die Erz« und'Bischöffe zu«genauer Beobachtung ihres AmtS anhalten helfen.,.
Dieses Breve beantwortete der Cardinal unverzüglichund stellte vor, daß die Sequestration der geistlichen Gütereine Regierungssache wäre, die mit seinem Cardinalsstandenichts zu thun hätte, wobey er seine Verwunderung bezeugte,daß man ihn deßhalben mit dem Banne bedrohe. Er kehrtesich solchergestalt nicht an die Warnung des Papsts, sondernfuhr fort, dem, wider den Kayser sich rüstenden, Papsteallenmöglichen Abbruch zu thun, auch die Bischöffe, die die Ein»nehmer derer eingezogenen geistlichen Einkünfte in Bann thunwollten, in Arrest nehmen zu lassen. Damit auch sein Anse,hen im Reiche desto größer seyn möchte, erhielt er von Ca,rolo III. die hohe Vollmacht, sich L§o d. i. -er an-ere^ch, zu nennen, wodurch er in den Stand gesetzt wurde, alleSachen, ohne sich an eine Appellation zu kehren, zuenrscheiden.
Wider die Französisch,gesinntenerwieß er sich sehr eyfrigund strafte sehr scharf alle, die sich in verdächtiger Correspon«denz finden liessen. Zu Bestreitung der Kriegskosten, machteer viele neue Anlagen, die von denen Saumseligen mit groß»ler Schärfe eingetrieben wurden» Es entstunden darüber an