XI.. Leben des Cardmals Pallavieinr. 165
und die Mutter Hersilia Lupi aus dem Geschlechte der Mar-chesen von Soragna. Nachdem er seine StUdia zu Parmavollendet, begab er sich nach München in Bayern, wo ihnder Churfürst gnädig aufnakm, er auch die Docror« Würdeannahm. Er schrieb daselbst ein Italiänisches Gedichte, das1667. zu München unter dem Titel: KrrEo Ä 6rsn I'rin-ceFs, gedruckt wurde» Als er nach Parma zurücke kam, wur,de er in das dasige adeliche Solle zium derer suLcum aufgs-nommen, und zu einem Canonicak an der Cathedral«Kirche da«selbst befördert. Er gieng alsdenn nach Rom und trat in denPrälaten. <L>tand. Nachdem er einige Gouvernements indem Kirchen«Staate bekleidet, ward er Inquisitor zu-Mal«ra, welches die unterste Nunciaiur des Päpstl. Hofs ist. DerPtwst berief ihn von dar zurücke und gab ihm das Se»rretariat bey der Congregation des Concilii, woraufer imMärz 1696. zum Gouverneur derStadtRom ernennet wur-de, wodurch er den ersten Ranz unter allen Römischen Prä-taren erhielt.
Der Kanserl. Hof glaubte, der Papst habe ihm dieseszum Verdruß gethan, weil Herr Pallavicini ein großer Feindder Oesterreichischen Parthey und ein sehr hitziger Kopfwar.Es wieß sich solches gar bald aus , da er mit dem Kaiserli-chen Abgesandten, Grafen von Martinitz, einen irmwkhigenRang. Streit anfieng. Es geschah bey der Proceßion amFronleichnams-Feste 1696. da er gleich in das erste Gliedder jüngsten Cardinäle und dem Kayserl. Gesandten an dieSeite trat, folglich den nächsten Raihg nach den Cardinälensich zueignete, den bisher die Abgesandten der gekröntenHäupter und sonderlich des Kaysers behauptet hatten. DerGraf von Martinitz protestirre zwar sogleich darrvider, konn-te aber nichts wider diesen stolzen Prälaten ausrichten, weilihn der Papst in feinem Unternehmen unterstützte. Der Grafvon Martiniß wurde zwar von dem Kayser zurücke berufenMddargegen derGraf von öamberg nach Rom geschickt, manharre aber für ihn eben so wenig Achtung, als für jene».
Richt lange darauf starb Innocentürs Xii. woraufCle,Mens Xl. den Papst!. Stuhl bestieg, der eben so gut Fran-. L 3 zösisih