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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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XI.I. Leben des Cardirials von Lamberg. 171

derte für ihn bey dem Kayser Genugthuung. Da aber derGeneral an dem Kayserl. Hofe nicht weniger viele Gönnerhatte, wußte der Kayser kein besser Mittel zu treffen, derStreitigkeit ein Ende zu machen, als daß er bezeugte, er seymit beyder ihrer Aufführung zufrieden; wobey er befahl, alledeßhalben gewechselten Schriften gänzlich zu unterdrücken.

Der neue Kayser Iosephus bestätigte nicht nur denCar«dinal von Lamberg in der Würde eines Principalcommissarii,sondern trug ihm auch auf, den 29. Nov. in seinem Namenzu Regensburg die Huldigung einzunehmen. Den n. März1706. mußte er als Kayserl. Princtpalcommissarius, die den29. April zu Wien geschehene Kayscrliche Achtserklarungder beyden Churfürsten von Cölln und Bayern, unter Trom«ptten und Pauckenschall zu Regensburg publiciren.

Im Jahre 1709. hatte er das Vergnügen, daß seinVet«ter und Nepore, Graf Leopold Matthias von Lamberg, dervor weniger Zeit die Reichsfurstliche Würde auf sein Haußgebracht hatte, wegen der Landgrafschaft Leuchtenberg, wo«mit ihn der Kayser beliehen, den 7. Aug. zu Sitz undStim«me auf dem Reichstage gelangte, die aber sein Nachfolger wie«der verlohren, da Leuchtenberg durch den Badischen Friedenwieder an das .Hauß Bayern gekommen, als welcher völligwieder in seine Lande eingesetzt wurde.

Im Jahre 1710. ward er nach dem Absterben des Cardi«nalsGrimani Protektor von Deutschland und 1711. bestä,rigre ihn der neue Kayser Carolus der VI. in dem Principal«commissariate, wobey er zugleich zu dessen wörtlichen geheim,den Rathe ernennet wurde. Jedoch sein bald darauf erfolg«tes Ende setzte ihn ausser Stand, diesem Monarchen viele Dien«sie zu leisten. Es gieng mit seinem Tode sehr geschwinde zu.Er pflegte täglich unter einer schönen Music offene Tafel zuhalten. Dieses geschah auch wenig Tage vor seinem Ende.Nach der Tafel empfand er ein ungewöhnliches Magendrücken,welches etliche Tage anhielt. Endlich nahm er den 19. Oct.1712. Abends, ohne sich davon abrathen zu lassen, ein Vomi«ttv ein, das ihn die Nacht über so scharf angrif, daß er den