172 xm. Leben des Cardinals Tommast.
folgenden Tag frühe um 9. Uhr im 6r. Jahre seines Altersund i2ten seiner CardtnalSwürde das Zeitliche gesegnete. SeinEingeweide wurde zu St. Emeran, sein Herze auf seiner Herr«schaft in Böhmen und sein Cörper in der Bischöflichen Gruftzu Passau beerdiget.
Er liebte die Pracht und ein gemächliches Leben, gab aberdabey einen geschickten Staatsmann ab. Im Umgänge warer angenehm, befand sich gerne in Gesellschaft und liebte aller«band unschuldige Ergötzlichst. Ob er gleich ein Römisch»Earholischer Prälate war, bezeugte er doch gegen die andernGlaubensgenossen eine ziemliche Mäßigung.
XI.II.
Josephus Maria Tommasi,
ein Sicilianer.
geb. 1649. Card. 1712. ^ 171z.
. ieser fromme und gelehrte Cardinal stammte aus demvornehmen Hause derer Tommasi del Caro her. Den12. Sept. 1649. erblickte er zu Alicate, oder wie an«dere sagen, zu Palermo in Sicilien das Licht der Welt. Erwar der älteste Sohn seines Vaters, der Julius Tommasihieß, und den Titel eines Herzogs von Patina und FürstensDon Lampedosa führte. Die Mutter, Rosalia Traina, war«ine sehr fromme Dame, die den Armen und Kranken vielgutes erwieß, und ihrem Sohne von Jugend auf ein .herrli«ches Beyspiel der Gottseligkeit gab. Sie widmete ihn vonJugend auf der H. Jungfrau Maria, daher er sich auch nach«gebends in feinen Schriften vielmals Iostphum Mariacasrum genennet.
Ob er gleich unter seinen Brüdern der älteste war, er«welche er doch den geistlichen Scar.d und trat den 25. Märzi66z. in den Theatinerorden. Er legte sich in solchem starkauf sie gelehrten Wissenschaften und brachte es sonderlich in
der