I9O XbV. Leben des Cardinals Carpegna.
dern bloß, «in dadurch andern und sonderlich dem CardinalAcciajoli, ein Hinderniß in den Weg zu legen. Endlich wur-de der Cardinal Albani erwchlt, der den Namen Clemens XI.annahm.
Dieser warf auf den alten Carpegna , als einen erfahr«nen Theologum, eine solche Hochachtung, daß er ihm cmeigenes Zimmer in dem Papstl. Pallaste einräumte. Er grenzzum öftern mit ihm, als seinem General-Vicario, zu Rarbe,wie etwa den großen Unordnungen in den Klöstern abge-holfen und eine genauere Kirchen - Zucht eingeführt werdenmöchte, welches sonderlich 1705. geschah. Alleineman könn,re niemals damit völlig zum Zwecke kommen, obgleich einemund dem andern Mißbrauche abgeholfen wurde. Unter an,dern wichtigen Aemtern bekleidete er auch die Prafecmrenvon den Congregaiionen der Bischöffe und Regulären undRitlmm. Von der letztem Präfecnir wollte ihn der Kö-nig in Frankreich abgesetzt haben, weil er des P. Dü BücBuch, das der Freyheit der Französischen Kirche zuwider war,zu Rom censirt harre. Alleine der Papst wollte solches nichtfür genehm halten.
Richt lange Hernach wurde einigen Cardinalen anfgena-gen, an einem Vergleiche mit dem Kayser Joseph zu arbei,ren, worunter sich auch der Cardinal Carpegna befand, dernicht wenig darzu beytrug, daß der Vergleich zu Stande kam.Er befand sich auch 1709. unter den 15. Cardinalen, welcheuntersuchen sollten, ob und wieferne Erzherzog Carl von Oe-sterreich für einen Spanischen König zu erkennen sey.
Im Jahre 1714. fieng er an, sehr schwach und elend zuwerden. Er machte daher sein Testament, legte seine Aem-ter nieder und starb den 6. April im Zysten Jahre seines Altersund gasten seiner Cardinals - Würde. Man kann ihm mitRecht nachrühmen, daß er von großer Einsicht «nd vieler Er-fahrung in Staats-Sachen gewesen. Er war aber dabey sehrunfreundlich und eigensinnig, auch zum Reformiren sehr ge-neigt, doch aber ziemlich gelehrt und ein großer Liebhaber vonBüchern und Münzen, davon er in beyderley Art einen schö,
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