XI. VIII. Leben des Cardmals von Estrees^ 197
des Königs Iacobi von Engelland und «rwieß sich in allenStücken so hart gegen Frankreich, daß der König bewöge»wurde, nicht nur die Päpsil. Landschaft von Aviznon tnBe-sitz zu nehmen, sondern auch an ein Concilium zu appelliren.Der Marquis von Lavardin wurde hierdurch geuörhiget , zuEnde des Aprils 16Z9. Rom wieder zu verlassen.
Der Cardinal von Estrees war über diesen Abschied herz-lich froh, weil der Papst allen Umgang mit demselben verbot»reu hatte, er aber als ein Französischer Unterthan nicht wohksolchen vermeiden konnte. Der Papst starb bald hernach,wor-auf er das Conclave betrat, worinnen er das Haupt der Frau,zöfischen Parthey war, welche dtßmal die Oberhand behieltund den Cardinal Ottobom im Octobr. 1689. unter dem Na-men Alexandri VIII. zum Papst erwählte. Dieser würdigteden Cardinal von Estrees einer besondern Hochachtung, wel-cher aber dieselbe nicht lange genießen konre, weil er im Jan.1690. nach Frankreich zurücke beruffen und durch den Cardi-nal von Bouillon in der Gesandtschaft abgelöset wurde. Erwar kaum zu Paris angelangt und harre von der Commendedes Heil. Geistes, die er 1688- erhalten, Besitz genommen,so sah er sich schon wieder genöthiget, nach Rom zu reisen,weil durch den Tod des Papsts ein nettes Conclave eröfnetworden. Es siel ihm ein, daß er ein gebohrner Römer sey,daher er Lust kriegte, für seine eigene Erhebung zu sorgen»Alleine es erkannte ihn Niemand für etwas anders, als einenwürklichen Franzosen; wie ihm denn seil» König sogar dasGeheimniß seiner Willens «Meynung in diesem Conclave ebenso, wie in dem vorigen, anvertraute.
Es hatte dißmal kein Cardinal so viel Hofnung, zurPäpstk. Würde zu gelangen, als der Cardinal Barbarigo, weitsolchen die Parthey der Zelanreu , die voritzk die stärkste war,eyftig verlangte. Allein« da ihm nicht nur die Parthey desCardinalS Altieri entgegen stunde, die nicht weniger sehr starkwar und durch die Ottobonische unterstützt wurde, sondernihm auch der Kayser die Ausschliessnng gab, so fiel man theilsauf den Piguatelli, theils auf den Delfino. Endlich behielt,der erstere die Oberhand und bestieg unter dem Namen In»nocentii XII. den Päpsil. Stuhl.
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