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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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210 XU Leben des Cardinals von Bouillon.

dinal von Bouillon ließ darauf durch einen Advocaten eineSchrift zu seiner Rechtfertigung abfassen, darinnen er diewahre Beschaffenheit von seiner Einweichung aus Frankreichsehr rührend vorstellen ließ.

Sein Proceß wurde indessen vor dem Parlamente zu Pa,riS mit großem Eifer fortgesetzet. Der General. Procuratormußte ihn sonderlich über folgende drey Puncte anklagen, i)daß er dem Könige ungehorsam gewesen, 2) sich wider desKönigs Missen und Willen aus dem Reiche zu dessen Fein.den begeben, und Z) vorgegeben, er sey ein freyer Fürst undkein gebohrner Unterthan des Königs. Das End.Urtheilbestund darinnen, daß er ewig aus dem Reiche verbannet undAller seiner Güter verlustig seyn sollte; wobey zugleich durcheinen besondern Parlaments. Schluß das prächtige Begrab,niß , welches er in seiner Abtey Clugny für die Prinzen sei.nes Hauses erbauen lassen, niedergerissen werden mußte.

Der Papst und das Cardinal .Collegium waren mit demharken Verfahren des Königs gegen den Decanum des Hell.Collegi« sehr übel zufrieden. Clemens XI. setzte deshalben eingeheimes Consistorium an, darinnen das wider den Cardi.nal von Bouillon ausgesprochene Urtheil für null und nichtigerklärt wurde, weil das Parlament nicht befugt sey, wider ei,nenCardinal einige Gerichtsbarkeit auszuüben. Der Papstließ auch ein nachdrückliches Schreiben an den König erge.hkn , darinnen er verlangte, daß das ausgesprochene Urtheilwideruffen werden möchte, widrigenfalls man das Parlamentin den Bann thun würde, so aber keine Würkung that. DerPapst billigte auch diejenige Protestation, die sein Nuntiuszu Pari« wider dieses Urtheil bekannt gemacht hatte, schriebauch an den verfolgten Cardinal und versicherte ihn alles Sch».tzes , wenn er nach Rom kommen würde. Er hatte an demGrafen von Boßu , nachmaligen Cardinal von Alsace, einentreuen Agenten zu Rom, der ihm viele girre Dienste leistete,auch unter andern es dahin brachte, baß ihm die Abtey St.Amand, zu welcher er vor kurzem ernennet worden, zugespro«chen wurde, obgleich der Cardinal de la Tremouille aus derDataria bereits die Bestätigung darüber erhallen hatte.