XL,IX. Leben des Cardinals von Bouillon. 209
Sein Aufenthalt zu Dornick dauerte kurze Zeit. Er thateine Reise nach Brüssel, Antwerpen, Haag und Delft, anwelchem letzteren Orte er sich am längsten aufhielt, weiterallda einige Erbschafts« Angelegenheiten inRichtigkeitzubrin-gen suchte, d,e das Haus de la Tour v'Auvergne angrenzen.Er fand sich darauf auch zu Utrecht ein, wo man über einenallgemeinen Frieden zu Rathe qienge. Er befand sich baldbev diesem , bald bey jenem Minister zu Gaste und wohnteihren Assembleen bey, wußte sich aber nicht allezeit vorsichtiggenug aufzuführen. Man nahm dieses sonderlich eivsmalswahr, da er sich bey dem Venetianischen Abgesandten Ruzzi,ni befand, wo unter andern auch der Preußische Gesandte,Graf von Metterntch , und der Päpstl- Minister Paßionei,nachmaliger Cardinal, zugegen waren. Als nun der Grafverschiedene Fragen, die das Conclave.und die Papst «Wahlanbetrafen, an den Cardinal that, der bey Beantwortungderselben sich fast allezeit auf den Herrn Paßionei berief undsprach: Ists nicht also, Herr paßionei-k so wurde dieser,der ihm ohnediß nicht gewogen war, endlich so aufgebracht,daß er mit auffahrender Stimme zu ihm faate: was ha-ben Sie mich immerfort zu fragen ^ Ich meines Ortsweiß nichts davon ^ Dieses verächtliche Bezeigen verdroßden Cardinal dergestalt, daß er etliche spitzige Worte laufenließ, darüber es zwischen beyden gar leichte zu noch gröffermWort. Wechsel hätte kommen können, wenn nicht den Au-genblick die Tafel, an welcher dieses vorgieng, wäre aufge-hoben worden.
Der Cardinal entschloß sich darauf, durch Deutschlandund Italien nach Rom zu gehen und daselbst das Amt einesDecani des Heil. Collegii zu verwalken. Er schrieb daher et,nen Brief an den Papst und eröfnere ihm sowohl seine Um,stände als Absichten. Älletne sobald der König in Frankreichdavon Nachricht erhielt, kriegte der Cardinal de la Lre,Mouille, sein Minister, Unterricht, wie er sich bey dessenAnkunft zu Rom verhalten sollte. Dieser l«eß darauf durchausgestreute Zettel in der ganzen Stadt bekannt machen, daßibn der König für einen Meinepdiaen und Ungehorsamen,auch aller seiner Einkünfte verlustig, erklärt hätte. DerCar«
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