L. Leben des Cardinals von Sala. 2rz
daselbst gute Gelegenheit, fich bey diesem Monarchen in be-sondere Gnade zu setzen, und von ihm unter die StaarS'.Ra-the aufgenommen zu werden.
So lange Carolus III. sich in Spanien aufhielt, haktees mit ihm keine Roth. Aber sobald derselbe/7>i. den Kayser-Thron bestieg und im Utrechtischen Frieden Philippo V. Spa-nien und Indien völlig überlassen mußte, sah er sich genö,thiget, fein Bißthum und Vaterland zn verlassen und sich an-ders wohin in Sicherheit zu begeben. König PhilippuS sahihn mit zornigen Augen an, daß er die Erklärung that, essollte vor andern Spanischen Herren sich sonderlich der Bi-schof von Barcellona keiner Gnade bey ihm zu getrösten haben.Er wandte sich nach Avignon, wo er nicht nur Schutz fand,sondern auch von dem Kayser, seinem vormaligen Könige, sonachdrücklich zur Cardinals - Würde vorgeschlagen wurde, daß,wo nicht der Papst bey der, am iy. May 1714, vorgenom-menen Promotion denKayserl. Minister versichert hätte, daßderselbe sich unter den sieben, in der Brust creirren Car-dinälen befände, derselbe wider die ganze Promotion öffent,sich würde haben protestiren müssen.
Der Papst war ihm an sich selbst nicht ungeneigt, indemer ihn schon 170z. in einem eigenhändigen Schreiben seinerHochachtung versichert, als er durch Errichtung eines Mtßi,onshauses zu Barcellona sich um die Kirche verdient gemachehatte. Den Zo Jan. 1713. wurde seine Erhebung zur Car«dinalswürde bekannt gemacht. Der Abt Gasparint überbrach,re ihm nach Avignon das Biret, welches ihm daselbst in derDomkirche aufgesetzt wurde. Niemand widersetzte sich seinerErhebung heftiger, als König PhilippuS V. der ihn durchausnicht in der neuen Würde erkennen wollte. Alleine der neueCardinal fragte wenig darnach, sondern gieng getrost nachMayland, wo er von den Präbenden Besitz nahm, die ihmder Kayser daselbst gegeben, worunter die reiche Abtey Sr.Denis di Mereka die vornehmste war. Als er von hier nachRom reisen wollte, rührte ihn zweymal hinter einander ei»so heftiger Schlagfiuß, daß man an seinem Aufkommen zwei-felte; doch erhohlre er fich etwas wieder, worauf er seine Reise«ach Rom fortsetzte.
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