214 n Leben des Cardinals Ferrari.
Als er in dieser weltberühmten Stadt angekommen, wirr« >
de er von neuen mit einer schweren Krankheit befallen und da« !durch abgehalten, im öffentlichen Consistorio zu erfcheinen,Pnd den Cardinalshut zu empfangen. Er starv den i. Jnl.nachdem er sein Alter auf 69. Jahre gebracht und nicht vielüber 2. Jahre die Cardjnalswürde bekleidet hatte. Weil erden Hut noch nicht empfangen, wußte man anfangs nicht,ob man ihm eben diejenige Ehre erweisen sollte, die sonst denCardinalen zu Rom bey ihren Begrabnüssen wtederfäbrek.Jedoch nach einigen Berathschtagungen schickte der Papstven Cardinalshut in des verstorbenen Quartier, worauf des»selben Leichnam in dem gewöhnlichen Cardinalebabrre den z.Jul. nach der Kirche der Minoriten gebracht wurde. All«hier ward er aufein Paradebette gelegt und den g-ten Abendsauf Kosten des Kayserl. Abgesandten bey den BenedicrinernM Gr. Paul beerdiget. Er hat in seinem Testamente seineNichte zur Universalerbin seines Vermögens eingesetzt.
i.r.
Dominicus Maria Ferrari,
ein Neapolisaner.
geb. 1649. Card. 1695.4. 1716.
ward zu Mandaria in der Neapolitanischen LandschaftOtranw. den 20. Nov. 1649. von geehrten, aber armenEltern zur Welt gebohren. Er hatte von Kindheit aufgroße Lust zu dem Münchsstande und verehrte schon als einKnabe mir besonderer Andacht das Marienbild in der Domt,mcanerkirche zu Mandaria. Er war nur 15. Jahre alt, daer,in dieses Kloster gieng und sich einkleiden ließ. Weiler«inen guten Kopf hakte und sehr scharfsinnig und lehrbegierigivar, schickte man ihn in das Kloster zum Heil. Geist nachNeapotis, allwo er fleißig studirre und sowohl in der Pbtloso«phie als Theologie eine solche Erkenntniß erlangte, daß er nachempfangener Priesterweyhe in dem berühmten Collegto des H.Tbomä von Aquinn zu ReapoliS Professor der PhilosophieWurde.
Jnno«