n Leben des Eardinals Sasini» 245
ne getviße Materie hören zu lassen. Dieses geschah sonder«kich 1704. da viele Prälaten sich auf die CardtnaiswürdeRechnung machten. Damit sie nun bey erfolgender Ueber,gehuilg zum voraus getröstet würden, mußte der P. Casinieine nachdrückliche Rede von der Hoffnung halten. Er führ,re dabey das Exempel eines Römischen Feldherrn an, der fürseine verwundeten Soldaten seinen eigenen Mantel zu Vex«bindung ihrer Wunden habe zerschneiden lassen, welcher abernicht für alle, sondern nur für etliche wenige zugereichet habe.
Als endlich den 17. May 1706. die längst gehoffte Ear,dinal. Promotion vor sich gieng, befand sich Herr Filipuceiunter denen , die zu dieser hohen Würde gelangten. Der«selbe wollte aber dieselbe nicht, annehmen. Der Papst schick«re daher den P. Casini an ihn, um ihn durch seine Bered«famkeü auf andere Gedanken zu bringen, er konnte aber beyikm nichts ausrichten , weil Herr Filipucci bey seinem Ent«schlnsse feste blieb.
Den iZ. May 1712. gelangte der P. Easini selbst zuder Cardmalswürde, die er ohne Bedenken annahm, nach«dem er über 15. Jahre das Amt eines Predigers in dem Apo«Mischen Palaste verwaltet hatte. Er machte in derselbenmit seinem großen Capuciner, Barre eine sehr ehrwürdigeFigur und gab dadurch dem ganzen heiligen Collegio ein be«sondereS Ansehen. Weil es ihm an zulänglichen Mittelnfehlte, gab ihm der Papst so lange, bis sich seine Einkünftevermehrten, eine Pension von 4000 Scudi- Er empfiengsogleich das Biret und wenige Tage darauf den Hut, samtdem Priester «Titel St. Priscä , wurde auch zu einem Mit«gliede der vornehmsten Congregarionen ernennet, die er auchfleißig abwartete, wobey er sein Capncinerkleid memals ab«legte, sondern es stets auf der blosen Haut trug. Er un«rerließ auch nicht, ohngeachrek seines CardinalstandeS, sichnoch ferner in der Päbstl. Capelle hören zn lassen, weiches erallezeit mit so starker Leibes« und Gemüthsbewegung that, daßer bisweilen ganz krank darüber wurde.
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