Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
JPEG-Download
 

254 Leben des Cardinals Spinola.

Im Jahre 170z. mußte er eine Reise nach Genua, infeine Vaterstadt, thun, um daselbst für den Päpstl. Stuhleine nahmhafte Summa Geld gegen 5. bis 6. pro Cent aufzu-nehmen.

Im Jahre 170g. half er den Vergleich mir dem Kayservermitteln und 1709. ward er zu der außerordentlichen Con,gregation gezogen, die wegen der Erkennung des damaligenSpanischen Königs Caroli III. einen Rathschluß fassen sollte,

Im Jahre 1710. fiel der Papst in eine schwere Krankheit,da er denn die Ehre hatte, daß man ihn unter die Papstmä»sigen Cardinale zählte. Als der Papst wieder gesund wurdeund hörte, was man schon für Anschläge zu Besetzung desPäpstl. Stuhls gefastet, konte er sein Mißvergnügen darübernicht bergen, indem er zu einem gewisten Prälaten, der ilmbesuchte und fragte: wie er fich befände? Zur Antwort gab:„Ihr sehet, ich lebe noch, und mitlerweile, da sich verschie.„Vene Cardinäle Mühe geben, mir einen Nachfolger zu be.„stimmen, bearbeiten sich die Aerzte,^ir wieder zu meiner„Gesundheit zu verhelfen.,,

Er gab sich viele Mühe, die Irrung mit dem Kayscrl.Hofe wegen Commachio zu Ende zu bringen, weßhalben ermit dem Kayserl. Bevollmächtigten zu Rom, dem Marquisvon Prie, viele Unterredungen hielt, die aber die gehofteWürkung nicht thaten. Als 1715. eine ziemliche Theurungim Kirchenstaate entstünde, mußte er nebst dem Cardinal Ne,groni im Lande herum reisen und Getrayde aufsuchen.

Zu Ende des Märzes 1717. wurdeihm von unbekannterHand ein Paquet eingehändiget. AIS er solches eröffnete, er,schrack er nicht wenig, da er in demselben die AppellationsactedervterFranzösischenBischöffevon Mirepoix, Senez, Mont.pellier und Bonlogne an ein allgemeines Concilium erblickte.Jedoch da dieselbe einmal in feinen Händen war, überreichteer solche, wiewobl mir zitternder Hand, demPapste, derdar,übergroße Augen machte und dieselbe dem H.Ofsicio übergab.

Einige