LXX. Leben des Cardinals von Mailly. 279
Im Jahre 1694. ward er znni Königl. Aklmosem'erer ex,Nenner und empfieng die Abteyen Ehaßny undFlavigny, wox,auf er den 2z. Des. 1697. das Erzbtßthum zu Arles kriegte,darzu er den 9. März 1698. von dem Cardinal Ianson ge,weyhek wurde. Er fieng hierauf an, nicht nur einen sehrgrossen Eyfer wider die Ianseniften zu bezeigen, sondern auchdie fo genannten Hugenotten und alle, die nicht den Sätzender Röm. Kirche blindlings folgen wollten, zu verfolgen. DeniL- Jul. 17:0. erhielt er das Erzbißkhum zn Rheims, wo,durch er erster Herzog und geistlicher Pair von Frankreich,wie auch gebohrner Legate des Heil. Röm. Stuhls und Prt»was von Gallia Belgica wurde, in welcher Qualität er auchden 2i. Febr. 1711. in dem Parlamente zu Paris Sitz nahnnEr war vorher Präses von der ansserorbentlich verfammletenGeistlichkeit gewesen»
Halte er die Jansenisteri schon zu Arles sehr verfolget,so thater es noch mehr zu Rheims, zumal da 171Z. die Päpstl.Constttulion Unigenims zum Vorschein kam. Er war einerder ersten Französischen Bischöffe, die. diese Constikucton an,Nahmen und sie in ihrer Biöces bekannt machte,-, auch dieje«nigen äusserst verfolgten, die solcher nicht beypflichten wollten.Er gab in den Jahren 1714. und 171z. einige nachdrückn,che Mandemenrs in seiner DioceS heraus, darinnen er allediejenigen Geistlichen für exeommunicirt erklärte, welche diegedachte Constiturion nicht unterschreiben wollten. Und sogieng es in den meisten Diäresen des Königreichs, so langeLudwig XIV. lebte. Alleine so bald derselbe Todes verblich,kriegte dte Französische Kircheem ganz anderes Ansehen. DerHerzog von Orleans, Rezente des Reichs, war nicht nureinFeind der Jesuiten, sondern auch aller derer, die bisher die«jenigen verfolget, welche die. Constiturion Umgenitus nichtannehmen wollen. Diese nahm er nunmehro in Schutz, wi,Versetzte sich den Unternehmungen des Päpstl. Stuhls undveranlasste dadurch den Cardinal von Noailles und anderePrälaten von seiner Gesinnung, dass sie der obgedachrenCon»fiirurton öffentlich widersprachen.
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