I.XXI. Leben des Cardmals Cornaro. 287
! Stand, daher er die Gesandtschaft ausschlug, sich von deinCardinal Gregorio Barbarigo die Tonsur geben ließ und nachRom gierig, allwo Damals Alexander VIII. ein Venerianer,auf dem Papstl. Stuhle saß. Dieser nahm ihn unter dieApostolischen Proton Marios von der Zahl der Parricipan«een auf, woraus er ihn mm Cammer»Präsidenten und Ge»sundheits-Provisor wegen Der im Königreiche Neapolis gras,sirenden Pest ernannte.
Innocenn'uS XII. gab ihm den Titel eines ErzbischosSvon Rhodus und schickte ihn 1692. als Runcium nach Porm,
! gall, da er denn aufder Reise das Unglück hatte, daß er um allesdas Seiniae kam , welchen Verlust er aber mit aller Groß»murh und Srandhaftigkeit ertrug. Er verwaltete die Run»ciakur über fünf Jahre, worauf er den 22. Jul. 1697. luvCardinalswurde erhoben wurde. Er befand sich zu diesen-Zeit noch in Portugal!, daher ihm das Biret überschicktwurde. Der Papst sprach bey seiner Erhebung mit dem groß»j ten Ruhme sowohl von ihm als seinen Vorfahren, daruntersich ihrer sieben befunden, die denCardinalSpurpurgetragen.Er rühmte hierbey zugleich die genaue Freundschaft, darinnener mit dem letzt verstorbenen Cardinal Friederico Cornaro ge»lebet. In dem folgenden Consistorio kriegte er das Bißthun»zu Padua, das durch den Tod des Cardinal- Gregorii Bar-barigo »erlediget worden, doch mußte er den CardinälenRoriS und Prioli PensioneS davon abzugeben. o
! Der Cardinal Ottoboni trug viel zu seiner Erhebungbey, weil sein Vetter, der vorgedachre Cardinal Cornaro, esbey Jnnocemio X. so weit gebracht, daß Alexander VIII. ausdem Hause Oktobern die Cardtnalöwürde bekommen, dadurchihm der Weg zum Päpstlichen Stuhle gebahnet worden. Den16. Febr. , 698- langte er aus Portugal! zu Rom an, woraufer den Hut und den Priestertitel von den 12. Aposteln erhielt.Er blieb aber nicht lange zu Rom , sondern begab sich nachPadua in sein neuerlangres Bißlhum.
Er ward an diesem berühmten Musensitze mit großenFreuden empfangen, weil man wußte, daß er nicht nur ein
großer